St. Goar wird welterbegerecht

Spatenstich für die Modellstadt St. Goar

Koblenz, 22.11.12 Nach dem ersten Spatenstich auf dem Marktplatz durch Finanzminister Dr. Carsten Kühl, SGD Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann und Stadtbürgermeister Walter Mallmann können die Arbeiten zur Neugestaltung des Markt- und Lotsenplatzes beginnen. „Ich freue mich, dass es nach jahrelangen Planungen jetzt endlich los gehen kann“, so SGD Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann.

Der Marktplatz ist von einer historischen Bebauung eingerahmt, die besonders von der Stiftskirche geprägt wird. Auf dem Lotsenplatz öffnet sich der Blick auf den Rhein. Die beiden Bereiche werden durch die Bundesstraße 9 voneinander getrennt. Bis Mai 2013 soll dieses Herzstück der St. Goarer Kernstadt umgestaltet werden. Ziele sind, die Attraktivität und Nutzbarkeit der beiden Bereiche zu steigern, das touristische Potenzial besser zu nutzen, die Querung der Bundesstraße B 9 sicherer zu gestalten und den Aufenthaltsbereich zum Rhein hin zu erweitern. „Wir wollen das Tal weiter entwickeln und im Rahmen unserer Möglichkeiten qualitativ unterstützen – denn gebaute Qualität ist auch Lebensqualität“, resümierte Finanzminister Dr. Carsten Kühl.

Die Baukosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro werden zu 90 % vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aus dem „Investitionsprogramm nationale UNESCO Welterbestätten“ bezuschusst. Die restlichen 10 % trägt die Stadt St. Goar.

Das ist der erste Bauabschnitt zur Umsetzung des Siegerentwurfs aus dem europaweit ausgelobten Architektenwettbewerb „Modellstadt St. Goar“ zur Neugestaltung des Rheinvorlandes im Rahmen der Initiative Baukultur. Der Entwurf des Büros RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Bonn erfüllte die komplexe Aufgabenstellung am besten. Sie stellten ein innovatives und langfristig tragfähiges Gesamtkonzept vor, das die bereits konkret anstehenden sowie die langfristig möglichen Baumaßnahmen vor dem Hintergrund des UNESCO Weltkulturerbes gestalterisch und funktional miteinander in Einklang bringt. Die wesentlichen Eckpunkte sind die ortsgerechte Gestaltung der Ortsdurchfahrt B 9, die Gestaltung der Stadteingänge, der Rheinuferpromenade, des Markt-, Lotsen- und Rathausplatzes, die Neuordnung der Parkplätze, Stadtillumination, Stadtmöblierung, Informationssysteme, Kunst am Bau sowie die Berücksichtigung der Besonderheiten bezüglich Hochwasser, Denkmalpflege, Naturschutz, Barrierefreiheit und Kinderfreundlichkeit, Tourismus und Personenschifffahrt. Das gesamte Plangebiet umfasst eine Fläche von ca. 7,6 ha. Hierfür sind Investitionen von insgesamt rund 7 Millionen Euro kalkuliert.

Das Projekt hat Modellcharakter bezüglich der Bündelung von Vorhaben mehrerer Maßnahmenträger mit unterschiedlichen Planungsbüros in einem Bereich von kulturgeschichtlich herausgehobener Bedeutung. Es wird aus unterschiedlichen Förderprogrammen bezuschusst und erfordert umfangreiche Abstimmungs- und Genehmigungsverfahren. Deshalb wurde 2010 eine zentrale Koordinierungsstelle bei der SGD Nord eingerichtet.

Weitere Bauabschnitte sind die Rheinstraße, der Rathausplatz, der Knotenpunkt K 100 an der Rheinfelshalle, die Verlängerung vom Rathausplatz bis zur Panzerrampe und der Uferpark durch die Stadt St. Goar sowie der Ausbau der B 9 durch den Landesbetrieb Mobilität. Bereits im vergangenen Jahr hat die SGD Nord die Hafen- und Uferpromenade fertiggestellt.

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