Land exportiert weiter kräftig

Rekordwerte bei rheinland-pfälzischen Aus- und Einfuhren

Bad Ems05.12.12 Der rheinland-pfälzische Außenhandel befindet sich nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 im dritten Jahr in Folge auf Wachstumskurs. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden von Januar bis September 2012 Güter im Wert von gut 35,6 Milliarden Euro exportiert, das waren 4,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Deutschland: plus 4,1 Prozent). Der Exportwert übertraf damit in den ersten drei Quartalen die guten Ergebnisse der Jahre 2008 und 2011 und erreichte einen neuen Höchststand.

Noch deutlicher als die Exporte zogen die rheinland-pfälzischen Importe an. Von Januar bis September wurden Waren im Wert von gut 23,9 Milliarden Euro eingeführt, das war 1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2011 (Deutschland: plus 1,2 Prozent).

Ausfuhren nach Zielregionen

Die Europäische Union war mit einem Anteil von fast 57 Prozent aller Ausfuhren wichtigster Handelspartner. Allerdings lagen der Wert der Exporte mit 20,2 Milliarden Euro im 1,3 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Für die negative Entwicklung waren die Ausfuhren in die Eurozone verantwortlich, die 14,5 Milliarden betrugen und damit um 2,7 Prozent niedriger lagen als im Vorjahreszeitraum. Dagegen legten die Exporte in die übrigen EU-Länder um 2,4 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu. Auch in die europäischen Staaten außerhalb der EU wurde mehr exportiert. Das Volumen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Nach Amerika wurden Waren im Wert von 5,3 Milliarden Euro ausgeführt (plus 26,8 Prozent), das waren 14,8 Prozent der rheinland-pfälzischen Exporte. Auf die USA entfielen davon 3,5 Milliarden Euro.

Waren für gut 5,2 Milliarden Euro – 14,6 Prozent des Ausfuhrvolumens – wurden nach Asien exportiert. Das waren 5,5 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Wichtigster Abnehmer dort war China mit knapp 1,4 Milliarden Euro, gefolgt von Japan mit 809 Millionen Euro.

Einfuhren nach Herkunftsregionen

In den ersten neun Monaten des Jahres 2012 wurden Waren im Wert von 14,7 Milliarden Euro (plus 1,4 Prozent) aus EU-Ländern importiert, das entsprach 61,3 Prozent des rheinland-pfälzischen Einfuhrvolumens. Dabei kamen Produkte im Wert von 11,3 Milliarden Euro aus der Eurozone (minus 0,5 Prozent). Aus den anderen EU-Ländern wurden Waren im Wert von 3,3 Milliarden Euro eingeführt (plus 8,5 Prozent). Die aus Asien stammenden Lieferungen beliefen sich auf 3,5 Milliarden Euro (minus 3,3 Prozent), was einem Anteil von 14,5 Prozent entsprach. Importe aus Amerika machten mit einem Warenwert von 2,6 Milliarden Euro (plus 4,8 Prozent) insgesamt 10,8 Prozent der rheinland-pfälzischen Einfuhren aus.

Ausfuhren nach Branchen

Die meisten der für den rheinland-pfälzischen Export bedeutenden Branchen verzeichneten in den ersten drei Quartalen 2012 eine höhere Nachfrage aus dem Ausland. Überdurchschnittlich entwickelten sich insbesondere die Ausfuhren der Produzenten pharmazeutischer Erzeugnisse (plus 20,9 Prozent). Auch die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (plus 5,6 Prozent) sowie der Maschinenbau (plus 3,4 Prozent) meldeten deutliche Zuwächse. Die Chemieindustrie, die umsatzstärkste rheinland-pfälzische Branche, lieferte gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt 0,8 Prozent mehr Waren ins Ausland. Rückläufig verlief indes das Exportgeschäft mit Gummi- und Kunststoffwaren (minus 3,8 Prozent) sowie mit Metallen (minus 0,6 Prozent).

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre je Verkehrsrichtung (Eingang bzw. Versendung) im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr den Wert von 500.000 Euro (bis 2011: 400.000 Euro) nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet. Autor: Peter Lübbers (Referat Unternehmensstatistiken)

Rheinland-Pfalz

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