Verwaltung öffnet sich interkulturell

Integration

Führungskräfte der Verwaltung lernen interkulturelle Kompetenz

Mainz, 07.12.12 „Interkulturelle Öffnung von Verwaltung – Was ist interkulturelle Öffnung und wie setze ich sie in meinem Verantwortungsbereich um?“ Mit dieser Frage befassen sich am Montag und Dienstag rund 25 Führungskräfte aus rheinland-pfälzischen Kommunen, Behörden der Landesverwaltung und Verbänden im Rahmen eines Seminars, das vom Integrationsministerium gemeinsam mit der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz neu entwickelt wurde.

„Eine Einwanderungsgesellschaft wie wir sie haben, muss sich interkulturell öffnen. Das gilt für alle Lebensbereiche – auch für die öffentliche Verwaltung. Denn wir wollen erreichen, dass alle Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in gleicher Weise Zugang haben zu den Dienstleistungen der Verwaltung – ohne offene oder versteckte Hindernisse, ohne Diskriminierung. Wir brauchen deshalb mehr interkulturelle Kompetenz der Beschäftigten“, erklärt Integrationsministerin Irene Alt. „Dieses Seminar soll helfen, Zugangsbarrieren abzubauen damit mehr Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst beschäftigt werden. Zum anderen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie sie den Gedanken in ihre Behörde tragen können, Menschen gleich welcher Herkunft mit Wertschätzung zu begegnen“, schildert der Leiter der Kommunal-Akademie, Burkhard Höhlein, das Ziel des Seminars.

Alt weist darauf hin, dass schon heute jeder fünfte Mensch in Rheinland-Pfalz einen Migrationshintergrund hat, bei Kindern trifft dies bereits auf ein Drittel zu. „Wir wollen und können es uns nicht leisten, dass große Teile unserer Gemeinschaft auf Vorbehalte treffen“, begründet Ministerin Alt die Notwendigkeit zum Umdenken der Gesellschaft. Denn noch immer treffen Migrantinnen und Migranten auf zahlreiche Hindernisse: So belegen Studien, dass ein türkisch klingender Name im Bewerbungsprozess die Chance auf ein Vorstellungsgespräch um 14% reduziert, in kleineren Unternehmen sogar um 24%. „Vorurteile in unseren Köpfen sorgen noch zu oft dafür, dass wir uns selbst Fesseln anlegen und nicht aus dem Vollen schöpfen. Im schlimmsten Fall wandern gut ausgebildete Menschen dann ins Ausland aus, nur weil man ihnen hier keine Chance gibt. Deshalb brauchen wir die gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten in allen Lebensbereichen. Wir wollen, dass die Verwaltungen in Rheinland-Pfalz dabei Vorbildfunktion übernehmen“, so Alt.

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