70 Prozent heimischer Bäume geschädigt

Forstpolitik

Ministerin Höfken: „Klimawandel als größte Herausforderung für die Forstwirtschaft“

Mainz, 10.12.12 Die Anpassung des Waldes an den Klimawandel hat Forstministerin Ulrike Höfken bei der Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbands Rheinland-Pfalz als größte Herausforderung für die Forstwirtschaft bezeichnet. „Unsere Wälder leiden zunehmend an den Folgen des Klimawandels wie Dürren, Stürme aber auch verstärkter Insekten- und Pilzbefall“, sagte Höfken am Montag in Boppard. Sie bedankte sich bei den Waldbesitzern für den konstruktiven Dialog und die gute Zusammenarbeit bei Themen wie Natura 2000 und Ausgleichsflächen.

Die Ministerin wies darauf hin, dass dem aktuellen Waldzustandsbericht zufolge rund 70 Prozent der Waldbäume in Rheinland-Pfalz geschädigt seien – vor 30 Jahren waren das nur 40 Prozent. Das magere Ergebnis des Weltklimagipfels in Doha nahm sie zum Anlass, die Waldbesitzer zum Handeln vor Ort aufzurufen: „Unsere Wälder sind riesige CO2-Speicher. Gerade im waldreichsten Bundesland Rheinland-Pfalz müssen wir gemeinsam daran arbeiten, sie zu erhalten, indem wir sie den klimatischen Bedingungen anpassen“, so Höfken. Gesunde Wälder seien auch die Grundlage für eine florierende Forstwirtschaft. „Mischwälder sind die stabilsten Wälder“, stellte Ministerin Höfken fest und wies darauf hin, dass die Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz in den vergangenen 20 Jahren den Waldumbau bereits erfolgreich voran getrieben haben, indem sie die reinen Nadelholzbestände reduzierten: „Der Laubwaldanteil hat in dieser Zeit um 10 Prozent auf 56 Prozent zugenommen, damit sind wir unter den Flächenländern bundesweit Spitze.“ Landesforsten sehe sich in diesem Prozess als Partner der privaten und kommunalen Waldbesitzer, könne beraten und unterstützen. Im Staatswald habe Landesforsten den naturnahen Waldbau bereits etabliert.

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Entwicklung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Forstwirtschaft auch im Privatwald ist das Zusammenspiel zwischen den Waldbesitzenden und Landesforsten“, betonte die Ministerin. Ein aktuelles Beispiel hierfür sei der jüngst erfolgte Aufbau eigenständiger Holzvermarktungsstrukturen für den Kleinprivatwald. Hierbei käme gerade den Waldbauvereinen eine Schlüsselrolle zu, wie sich an den gelungenen Initiativen in Bitburg, Prüm und Altenkirchen gezeigt habe. Höfken: „Diese Aktivitäten sind vorbildlich und können für andere Schwerpunktregionen des Privatwaldes in Rheinland-Pfalz impulsgebend sein.“

Mischwald

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