Vom Wert unzuverlässigen Erzählens

Terminhinweis

Unzuverlässiges Erzählen als interdisziplinäre Schlüsselkategorie? Begriffsgeschichte, neuere Entwicklungen, Forschungsdesiderate Vortrag im interdisziplinären Forschungskolloquium des Forschungsschwerpunkts Historische Kulturwissenschaften (HKW) am 16. Januar 2013

Mainz, 08.01.13. Der Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) lädt am Mittwoch, 16. Januar 2013, im Rahmen seines öffentlichen Forschungskolloquiums zu einem Vortrag von Prof. Dr. Vera Nünning ein. Vera Nünning, Professorin für Englische Philologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, ist von Oktober 2012 bis Februar 2013 Gastwissenschaftlerin (Fellow) des Gutenberg Forschungskollegs (GFK) am Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In ihrem Vortrag „Unzuverlässiges Erzählen als interdisziplinäre Schlüsselkategorie? Begriffsgeschichte, neuere Entwicklungen, Forschungsdesirate“ spricht sie über den Begriff des „unzuverlässigen Erzählens“, der 1961 von Wayne C. Booth in die literaturwissenschaftliche Forschungsdebatte eingeführt wurde und in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Der Vortrag beginnt am Mittwoch, 16. Januar, um 18:15 Uhr im Hörsaal P6 im Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.

Viele populäre ebenso wie renommierte Romanautoren oder Regisseure verwenden „unzuverlässige“ Erzähler in ihren Werken; man denke nur an Filme und Romane wie Fight Club, Memento oder Kazuo Ishiguros Was vom Tage übrig blieb. Auch in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gewinnen die Fragen danach, was „zuverlässiges“ und „unzuverlässiges“ Erzählen ist und wodurch sich Glaubwürdigkeit bzw. Unglaubwürdigkeit auszeichnet, zunehmend an Bedeutung. Nicht nur bei literarischen Erzähltexten, sondern auch bei Alltags- und Wirklichkeitserzählungen muss entschieden werden, ob man einem Augenzeugen oder Erzähler trauen kann.

Wie unzuverlässiges Erzählen theoretisch konzeptualisiert werden kann, zeigt Prof. Dr. Vera Nünning in ihrem Vortrag anhand einer Skizze der Begriffsgeschichte und der Darlegung neuerer Entwicklungen in der Forschung auf; die Erörterung von Forschungsdesideraten verfolgt das Ziel, ein interdisziplinäres Diskussionsangebot zu machen und den Wert von unzuverlässigem Erzählen als Schlüsselkategorie der Kultur- und Sozialwissenschaften aufzuweisen.

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