Chancengleich bewerben

Antidiskriminierung Pilotprojekt „Anonymisiertes Bewerbungsverfahren“ gestartet Mainz, 10.01.13 Das Pilotprojekt „Anonymisiertes Bewerbungsverfahren“ der Landesregierung geht in die praktische Phase – Familienministerin Irene Alt hat heute den Startschuss dazu gegeben. „Nach wie vor haben manche Bewerbergruppen eingeschränkte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil sie auf teils unbewusste Vorbehalte stoßen – sei es wegen ihres Alters oder Geschlechts, ihrer Herkunft oder einer Behinderung. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert. Angesichts des um sich greifenden Fachkräftemangels führt unser Pilotprojekt zu einer win-win-Situation sowohl für die Bewerberinnen und Bewerber als auch für die Arbeitgeber“, sagte Ministerin Irene Alt zum Start des Projekts, das das Familienministerium mit den folgenden Kooperationspartnern durchführt: Arbeit und Leben gGmbH, Arbeiterwohlfahrt – Bezirksverband Pfalz, Diakonisches Werk Hessen und Nassau mit seinen rheinland-pfälzischen Dienststellen, Landtagsfraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN, Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung. Konkret nehmen die Kooperationspartner Bewerbungen in der Regel im Online-Verfahren über eine unabhängige Firma entgegen, die die Unterlagen anonymisiert. Der Arbeitgeber erhält zur Vorauswahl lediglich den sogenannten Kompetenzbogen und kann aufgrund der Qualifikationen auswählen, wen er zum Vorstellungsgespräch einlädt. Persönliche Angaben zu der Kandidatin oder den Kandidaten erhält er zunächst nicht. Dies geschieht erst, wenn er seine Vorauswahl getroffen hat. „Wir möchten herausarbeiten, wie mögliche Zugangshindernisse bei Stellenbesetzungen abgebaut werden können“, so Ministerin Alt. „Die Vorteile für die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber liegen klar auf der Hand: Sie wenden ein Verfahren an, das für die erste Phase einer Stellenbesetzung absolut konform mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist und sie konzentrieren sich auf die Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber. Davon dürften vor allem ältere Frauen mit Unterbrechungen in der Berufstätigkeit und Menschen mit Migrationshintergrund profitieren.“ Die praktische Phase, während der Bewerbungen anonymisiert werden, läuft bis Ende 2014. Danach wird das Projekt von einer unabhängigen Firma evaluiert und das Ministerium erarbeitet Empfehlungen, die auch andere Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber von den Ergebnissen des Pilotprojekts profitieren lassen. Für die teilnehmenden Organisationen sowie für die Bewerberinnen und Bewerber wurde eine Projekt-Homepage im MIFKJF eingerichtet. Unter www.chancengleich-bewerben.rlp.de können alle Informationen abgerufen werden.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.