Holocaust Gedenkveranstaltung im SS-Sonderlager/KZ Hinzert

Wider das Vergessen: Tag des offenen Hauses Hinzert, 10.01.13 Die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert ist am Sonntag dem 27. Januar anlässlich des Holocaustgedenktages ab 10.00 Uhr geöffnet. Gemeinsam mit dem Förderverein KZ Gedenkstätte Hinzert werden um 11.00 und um 14.30 öffentliche Führungen angeboten. Georg Mertes und Johannes Metzdorf-Schmithüsen werden um 16.00 Uhr aus dem Bericht „Wo ist Haika?“ lesen. In dem Text, der in der Oktoberausgabe der Zeitschrift „chrismon“ erschienen ist, geht die Autorin Christine Horch auf die Suche nach einer ukrainischen Zwangsarbeiterin, die mitten im Zweiten Weltkrieg Haushaltshilfe in der großväterlichen Familie gewesen war. Sie macht sich auf die Suche auch in der Ukraine und erfährt dabei Neues über den eigenen Großvater. Musikalisch umrahmt wird die Lesung von Hany Heshmat (Gitarre) und Vanya Leccuit (Violine). Der Tag des offenen Hauses in der Gedenkstätte wird um 18.00 Uhr abgeschlossen mit der Aufführung von „Fluchtpunkt: Israel“ des theaters-odos. Im Februar 1942 sank das marode Schiff „Struma“ mit 769 jüdischen Flüchtlingen an Bord im Schwarzen Meer. Die Passagiere wollten Nazi-Europa den rücken kehren und nach Palästina auswandern. Doch politische Bedenken der britischen und türkischen Regierungen, sowie ein nichtfunktionierender Motor hielten das Schiff über zwei Monate in Istanbul auf. Die Flüchtlinge mussten in menschenunwürdigen Bedingungen hausen und wurden nicht an Land gelassen. Letztlich schleppte das türkische Militär die „Struma“ zurück ins Schwarze Meer wo es dann wahrscheinlich von einem sowjetischen U-Boot versenkt wurde. Das Stück handelt von einem Juden, auf der Suche nach der eigenen religiösen Identität, über Flucht und über die Weltpolitik, die vor dem Leid der Juden die Augen verschlossen hat. Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert bestand zwischen 1939 und 1945. Zunächst diente das Lager als sog. „Polizeihaftlager“ für Westwallarbeiter. Daraus entwickelte sich ein sog. „Arbeitserziehungslager“ und später ein Konzentrationslager, das 1942 dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS unterstellt wurde. Während des Krieges wurde es für Verschleppte aus dem besetzten Europa ein Ort des Terrors und des Todes. Insgesamt wurden im Hinzerter KZ nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den Lagerterror an Krankheit, Entkräftung oder Hunger.

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