Ausweitung des Rebanbaues verhindern

Großer Pfälzer Weinbautag 2013 Ministerin Höfken: „Landesregierung stärkt Winzern den Rücken“ Neustadt a.d.W. 15.01.13 Beim Großen Pfälzischen Weinbautag in Neustadt hat Weinbauministerin Ulrike Höfken am Dienstag aktuelle Schwerpunkte ihrer Weinbaupolitik in Rheinland-Pfalz beleuchtet. „In Deutschlands Weinbauland Nr. 1 ist die Bedeutung des Weinbaus fürs Landschaftsbild und damit für den Tourismus aber auch für die Wirtschaftskraft der ländlichen Regionen enorm. Mein Ziel ist es, unseren Winzerinnen und Winzern angesichts der politischen Neuerungen aus Brüssel und Berlin den Rücken zu stärken und die Profilierung unserer hervorragenden rheinland-pfälzischen Weine voran zu treiben“, so Höfken. Deshalb setze sie sich unter anderem für die Fortführung einer Anbauregelung für Reben in Europa nach 2015 ein. Im Mittelpunkt der vom Weinbauverband Pfalz veranstalteten Fachtagung stand die Rückbesinnung auf die regionalen Stärken im Weinbau. „Was Brüssel mit dem Wegfall des Anbaustopps 2015 plant, ist genau das Gegenteil“, kritisierte Höfken die von der EU-Expertengruppe im Dezember vorgelegten Beschlüsse zur Zukunft der Pflanzrechte: „Dies führt zu einer Ausweitung der Rebflächen und damit zur Liberalisierung des Weinanbaus in Europa.“ Gleichzeitig seien die Pläne mit enormem bürokratischen Aufwand verbunden. Höfken: „Die Bundesregierung und das Europäische Parlament sind gefordert, diesen Irrweg zu verhindern.“ Allein in Rheinland-Pfalz schlummerten Pflanzrechte für rund 2.500 Hektar bei den Erzeugern. Deren Aktivierung könne zu unkalkulierbaren Verwerfungen am Weinmarkt auf Kosten der Qualität führen. Insgesamt werden in Rheinland-Pfalz derzeit rund 64.000 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Vor dem Hintergrund der aktuellen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa kündigte Höfken an, dass sie das Landesförderprogramm zur Modernisierung der Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz ab 2014 in möglichst großem Umfang fortsetzen wolle. „Die aktuell in der EU diskutierten Kürzungsvorschläge des Agrarbudgets, die die Bundesregierung sogar noch verschärfen will, sind allerdings Besorgnis erregend“, so Höfken. Sie appellierte an den anwesenden Staatssekretär Peter Bleser, sich beim nächsten Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs zum Mehrjährigen Finanzrahmen 2014 bis 2020 der EU im Sinne der rheinland-pfälzischen Winzer für ein möglichst starkes Agrarbudget einzusetzen. Zudem kündigte Ministerin Höfken eine Landesverordnung zur Umsetzung des neuen Weinbezeichnungsrechts an. „Hier geht es in erste Linie um Qualität, die künftig für Verbraucherinnen und Verbraucher am Flaschenetikett besser ablesbar sein soll“, sagte Höfken. Dies solle dem Grundsatz, je enger die Herkunftsbezeichnung, umso höher die Qualitätsanforderungen an den Wein, möglichst gut entsprechen. Höfken: „Ich bin überzeugt davon, dass sich diese Qualitätsoffensive auch für unsere Winzerinnen und Winzer auszahlt, dies gilt insbesondere für Betriebe, die in den Steillagen an Mosel, Nahe und Mittelrhein wirtschaften.“ Bei einer Anhörung des Agrarausschusses im Landtag haben die Verbände am 5. Februar Gelegenheit, sich einzubringen.

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