CDU kritisiert Inklusionskonzept

Schulische Inklusion – Eiertanz mit Ressourcenvorbehalt

Mainz, 19.01.13. Von ihrer gestrigen Pressekonferenz zur schulischen Inklusion gab die CDU-Landtagsfraktion nur die Tischvorlage bekannt. Einen Bericht über die Pressekonferenz gab es nicht. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist beim Thema Inklusion eindeutig: Inklusion von der Kita an. Getrennte Erziehung, Berufsausbildung und akademische Ausbildung hat ebenso zu unterbleiben, wie getrennte Arbeit. Inklusion ist das Gegenteil von Aussonderung, wie sie in Förderschulen stattfindet. Die CDU bezweifelt indes, dass genügend Förderschullehrerinnen und -lehrer und Räumlichkeiten für die schulische Inklusion bereit stehen und will das Elternwahlrecht begrenzen. Dem Elternwunsch nach Inklusion soll ein Ressourcenvorbehalt entgegen stehen.

Bisher schon handelt das Bildungsministerium gemeinsam mit der Schulaufsicht bei der ADD jedoch anders. Wird eine Inklusion von den Eltern erwünscht, wird eine Schwerpunktschule eingerichtet und personell entsprechend ausgestattet, auch wenn die Lehrergewerkschaft GEW gerne mehr Personal hätte. Zum weiteren Ausbau der schulischen Inklusion will das Bildungsministerium zudem 200 neue Förderpädagoginnen und -pädagogen ausbilden und einstellen. Die Forderung nach Beachtung des Kindeswohles der CDU soll dem Elternwunsch nach Inklusion die Prüfung entgegenstellen, wo das Kind am besten gefördert wird. Wie die Praxis erweist, erfolgt diese Prüfung jedoch mit ideologischen Vorbehalten. Trotz der skandinavischen Erfahrung, dass eine grundsätzliche schulische Inklusion die Leistung aller Schülerinnen und Schüler steigert, besteht insbesondere in konservativen Kreisen eine Bevorzugung der Förderschulen.

In ihrer Tischvorlage äußert die CDU die Befürchtung, dass mehr schulische Inklusion die Förderschulen in ihrem Bestand gefährde. Auch die Grünen, die dem Inklusionskonzept des Bildungsministeriums vollinhaltlich zustimmen, wollen die Förderschulen erhalten. Das Bildungsministerium will modellhaft einige Förderschulen in Beratungs- und sonderpädagogische Fachzentren umwandeln. Wie dies funktionieren kann, zeigt die Landesblinden- und -Sehbehinderten Schule in Schleswig-Holstein. Sie ist eine ambulante Schule, die ihre Förderpädagoginnen und -pädagogen an die Regelschulen enntsendet, in denen blinde und sehbehinderte Kinder unterrichtet werden. Diese Fachkräfte schulen die Kinder blinden- und sehbehindertentechnisch, beraten die Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler der Regelschulen im Umgang mit blinden und sehbehinderten Kindern. Insgesamt ist das Landeskonzept für inklusiven Unterricht in Rheinland-Pfalz mehr als zu begrüßen, und die von der CDU in ihrer Tischvorlage vorgelegten Bedenken sind unbegründet.

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