Gusseisenhütte wird durch Stiftung getragen

Land, Landkreis Mayen-Koblenz und Stadt Bendorf besiegeln gemeinsame „Stiftung Sayner Hütte“ Mainz, 29.01.13 In einem feierlichen Rahmen haben heute Staatssekretär Walter Schumacher, Landrat Dr. Alexander Saftig und Bürgermeister Michael Syré anlässlich der Gründung der „Stiftung Sayner Hütte“ die Stiftungsurkunde unterzeichnet. Die Repräsentanten des Landes Rheinland-Pfalz, des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Bendorf, die als Stifter gemeinsam für Erhalt, Pflege und Weiterentwicklung der historischen Eisengießerei bei Bendorf eintreten, waren dafür in der Gießhalle der Sayner Hütte zusammengekommen. „Ausgerechnet Rheinland-Pfalz, das bislang nicht gerade mit Industriekultur in Verbindung gebracht wurde, beherbergt mit der Sayner Hütte eines der repräsentativsten Beispiele der frühindustriellen Epoche in Deutschland überhaupt. Sie ist damit eine weitere Bereicherung unserer ohnehin vielfältigen Kulturlandschaft“, unterstrich Staatssekretär Walter Schumacher, der in Vertretung für Kulturministerin Doris Ahnen gekommen war. Er freue sich bereits auf viele staunende Besucherinnen und Besucher, die dank der Sayner Hütte das Land von seiner eher unbekannten Seite entdecken könnten. „Dazu leisten wir mit der Stiftung unseren Beitrag“, sagte Schumacher weiter. Landrat Dr. Alexander Saftig fügte hinzu: „Das Areal rund um die Sayner Hütte bildet ein einzigartiges Industriedenkmal, welches seinesgleichen sucht. Deutschlandweit, europaweit und weltweit. Wir sind unglaublich stolz auf die Sayner Hütte und wir sehen es als eine Verpflichtung an, dieses besondere Erbe für nachfolgende Generationen zu bewahren.“ Der Bendorfer Bürgermeister Michael Syré unterstrich: „Mit der Stiftung Sayner Hütte hat die Stadt Bendorf mit dem Land Rheinland-Pfalz und dem Landkreis Mayen-Koblenz starke Partner vereint, um die öffentliche Nutzung des Denkmalareals zu entwickeln und für die Sayner Hütte zu werben. Die Stiftung ist für diese wichtigen Aufgaben eine gute Form der Institution. Wir haben mit der Sayner Hütte ein einzigartiges Kulturdenkmal der frühen Industriegeschichte, das in absehbarer Zeit für alle Besucher unter dem Thema ‚Metallwelten‘ erlebbar wird. Ich freue mich sehr darüber, dass die Stiftung nun die Arbeit aufnimmt und die zukünftige Entwicklung auf breitere Schultern gestellt wird.“ Nach Grußworten der Stifter und der Vorsitzenden des Freundeskreises „Sayner Hütte“, Rehlinde Glöckner, ging der Geograf und Stadtplaner Prof. Dr. Karl Ganser auf die architektonische Bedeutung der Industriestätte ein. Im vergangenen Sommer hatte das Land Rheinland-Pfalz die Sayner Hütte ins Rennen um einen Platz auf der deutschen Liste jener Bewerber geschickt, die in den Kreis der künftigen UNESCO-Welterbestätten aufgenommen werden könnten. Im Oktober wurde durch einen Beschluss des rheinland-pfälzischen Kabinetts die „Stiftung Sayner Hütte“ gegründet. Das Anfangsvermögen der Stiftung liegt bei 25.000 Euro. Dabei bringen das Land 20.000 Euro und der Landkreis Mayen-Koblenz 5.000 Euro in die Stiftung ein. Zudem stellt das Land für 2012 und 2013 der Stiftung Betriebsmittel in Höhe von jeweils 100.000 Euro zur Verfügung. Die Stadt Bendorf hat für diese beiden Jahre zugesagt, sachliche und personelle Leistungen im Gegenwert von jeweils 50.000 Euro bereitzustellen. Die Sayner Hütte gilt als erster Industriebau mit einer tragenden Gusseisenkonstruktion. Vor allem die 1828 errichtete so genannte Althans‘sche Gießhalle mit ihrem hohen gestalterischen Anspruch nimmt einen herausragenden Platz in der europäischen und weltweiten Architekturgeschichte ein. Sie war im Jahr 2010 als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ geehrt worden. Um den gesamten Komplex der Sayner Hütte zu erhalten und für kulturelle und kulturtouristische Zwecke nutzbar zu machen, hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz mit der Stadtverwaltung Bendorf, dem Landkreis Mayen-Koblenz, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein und dem Freundeskreis „Sayner Hütte“ ein Sanierungskonzept erstellt. Dessen Umsetzung fördert das Land aus verschiedenen Töpfen des Infrastruktur-, des Kultur- und des Wirtschaftsministeriums mit insgesamt 3,8 Millionen Euro. Stadt und Landkreis wollen zusammen rund 1,8 Millionen Euro aufbringen. Mit weiteren Mitteln des Bundes und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stehen insgesamt etwas mehr als 5,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die bereits angelaufenen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen sollen bis 2015 abgeschlossen werden.

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