Wieder Untersuchung des Klimt-Bildes an Uni Mainz

Untersuchung von Klimt-Kunstwerk in Mainz wird fortgesetzt Nach Mössbauer-Spektroskopie folgt nun Analyse mit Mini-Raman-Spektrometer Mainz, 01.02.13 Das Kunstwerk „Der trompetende Putto“, das möglicherweise von dem österreichischen Jugendstil-Maler Gustav Klimt stammt, wird nach einer ersten Untersuchung mit Mössbauer-Spektroskopie an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) diesen Freitag ein zweites Mal zu Analysen nach Mainz kommen. Dabei wird das Bildnis, das bis vor kurzem als verschollen galt, mit einem Mini-Raman-Spektrometer analysiert. Das Gerät wurde von Fernando Rull von der Universidad Valladolid in Spanien speziell für die NASA-ESA-Mars-Mission 2018 geplant und entwickelt. Die Raman-Spektroskopie ermöglicht es, bestimmte Schwingungen in den Molekülen und Festkörpern zu beobachten. „Bei dem Klimt-Kunstwerk können damit der Aufbau, der Rahmen, die Hintergrundstruktur, die Trägerstruktur, die Pigmente und die Kleber der Pigmente analysiert werden“, teilte Univ.-Prof. Dr. Franz Renz vom Institut für Anorganische Chemie der Leibniz Universität Hannover (LUH) mit, der die Untersuchungen am Klimt-Kunstwerk koordiniert. „Diese Messungen sind ein weiteres Puzzleteilchen in dem Krimi um die Unterscheidung und Zuordnung des Bildes“, so Renz. Strittig ist, ob das Kunstwerk tatsächlich von Gustav Klimt oder aber von seinem Bruder Ernst stammt. „Der trompetende Putto“ war vor zwei Wochen schon einmal in Mainz und wurde am Arbeitskreis von Dr. Göstar Klingelhöfer mit dem miniaturisierten Mössbauer-Spektrometer MIMOS II untersucht. Die Analyse lieferte sehr gute Ergebnisse und zahlreiche Mössbauer-Spektren. „Die erste Analyse der MIMOS-II-Ergebnisse zeigt, dass wir eine signifikante tiefenaufgelöste Änderung in der eisenhaltigen Pigmentstruktur sehen“, teilte Klingelhöfer mit. „Dies ist durch einen mehrschichtigen Bildaufbau zu erklären“, ergänzt Renz. Die einzelnen Schichten unterscheiden sich sowohl in paramagnetischen als auch ferromagnetischen Komponenten. Die lokale Struktur der eisenhaltigen Pigmente ist klar differenzierbar. An einigen Stellen konnten deutliche Alterungsprozesse identifiziert und quantifiziert werden. „Dies bringt uns einen wesentlichen Schritt weiter“, so Renz. Details werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Veröffentlichung bekanntgegeben.

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