Karin Augustin fordert Ringen weiterhin als olympische Sportart


„Fortbestand des Ringens als olympische Kernsportart muss gesichert werden“

LSB-Präsidentin Karin Augustin schreibt Brandbrief an DOSB-Präsident Bach

Mainz, 14.02.13. Mit Bestürzung und Unverständnis reagiert die Präsidentin des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB), Karin Augustin, ob der Empfehlung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das Ringen ab dem Jahr 2020 aus dem olympischen Programm zu nehmen. Dadurch, so Augustin in Übereinstimmung mit zahlreichen weiteren Kritikern dieser seltsamen Entscheidung, werde eine der ältesten Sportarten der Welt dem Kampf um Fernseh- und Sponsorengelder geopfert.

Gerade für Rheinland-Pfalz bedeute diese Entscheidung einen harten Schlag für eine Sportart, die einem Millionen-Publikum unvergessliche Szenen und Momente geschenkt hat, denkt man etwa an den legendären Wilfried Dietrich, der einst als „Kran von Schifferstadt“ Geschichte geschrieben hat, oder auch an den
Italo-Deutschen Pasquale Passarelli, ebenfalls ein VfK-Athlet. Laut Augustin werde ein Ausschuss der Sportart Ringen von den Olympischen Spielen zuvorderst auch diesen Verein treffen, aktuell noch Standort des Bundesstützpunktes Ringen, aber auch den amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister ASV Mainz 88.

Wie Werner Schröter, LSB-Vizepräsident Leistungssport und als Vize-Weltmeister und Olympia-Siebter einst selbst ein Ringer von Weltklasse-Format, unterstreicht, entfallen von 65.000 Mitgliedern in Ringervereinen bundesweit an die 3.000 auf Rheinland-Pfalz. Eine respektable Zahl, auch wenn sie weit hinter der in den Vereinigten Staaten, dem Iran, Aserbaidschan, Georgien, der Türkei oder Kasachstan zurückbleibt, in denen Ringen ein Volkssport ist.

Einen vorderen Platz aber belegt das Ringen in Rheinland-Pfalz laut Augustin schon, wenn es um Fragen der Integration geht. „Kaum eine andere Sportart ist hier so engagiert und geht mit so gutem Beispiel voran“, sagt die LSB-Präsidentin und verweist dabei unter anderem auf das Vorzeige-Projekt „Raufen nach Regeln“, das der Traditionsklub ASV Mainz 88 vor einigen Monaten ins Leben gerufen hat und das einem gesellschaftspolitisch-erzieherischen Auftrag folgt.

In einem Brandbrief an den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach, bittet Augustin diesen eindringlich, sich in seiner Funktion als IOC-Vizepräsident nachhaltig für den Fortbestand des Ringens als olympische Kernsportart einzusetzen. Die LSB-Präsidentin wörtlich: „Noch besteht zumindest die Möglichkeit, die Empfehlung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees an die Vollversammlung im September in Buenos Aires zurückzunehmen.“

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