Gründungsinitiative 2013 eröffnet Chancen für Unternehmensgründer und Freie Berufe

Gründungsinitiative 2013

Lemke: „Land braucht Existenzgründer“

Mainz, 28.02.13. Gründungsinteressierte gut begleiten und immer wieder neue Menschen für die Idee der Selbstständigkeit begeistern, dies ist Ziel der rheinland-pfälzischen Gründungsinitiative. „Selbstständige sind für unsere Wirtschaft Impulsgeber und Wegbereiter für Innovationen. Gerade in einer Zeit des Wandels brauchen wir sie dringender denn je, weil sie schnell erkennen und umsetzen, was unsere Gesellschaft benötigt“, sagte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke. „Rheinland-Pfalz ist unter den Flächenstaaten das Gründerland Nr. 1. (über 18.000 Gründungen im Jahr 2011), wir sehen jedoch generell, dass die Zahl der Unternehmensgründungen zurückgeht, bundesweit und auch bei uns. Daher brauchen wir noch passgenauere Gründerberatung, denn dieser Entwicklung wollen und müssen wir begegnen. Gründer bekommen unsere Unterstützung, nicht zuletzt weil mit ihrem Erfolg neue Arbeitsplätze entstehen.“

Über ein Metaportal im Internet, www.gruendungsinitiative.rlp.de, und über social media twitter, facebook und Xing informiert das Ministerium daher über das vielfältige Informations-, Beratungs- und Finanzierungsangebot, um Interessierten den Weg und die Orientierung im „Beratungsdschungel“ zu erleichtern. Beratungsangebote, die „auf Lücke setzen“, ergänzen die bestehenden Angebote von Kammern und Wirtschaftsförderern: Die wichtigsten Beispiele: Mit der Förderung eines speziellen Gesprächsangebots des ‚Seniorexpertenservice SES’ will Lemke Unternehmern den Einstieg in die Frage der Unternehmensnachfolge erleichtern. „Der SES soll Unternehmenschefs ermutigen, die über die Nachfolge nachdenken, diskret und unverbindlich einen Gesprächspartner zu gewinnen, der sie beim Einstieg in dieses schwierige Thema unterstützt“, stellt Lemke fest. An Gründungsinteressierte gerade in den Freien Berufen richtet sich ein ebenfalls vom Ministerium gefördertes landesweites Beratungsangebot des Instituts für Freie Berufe, Nürnberg. Dazu gehören auch Sprechtage in den einzelnen Regionen des Landes, zu denen sich Interessierte kostenlos anmelden können. (Termine im Internetkalender unter gruendungsinitiative.rlp.de; Dort ist auch das Veranstaltungsangebot der Gründungsinitiative 2013 eingestellt, das gemeinsam mit Partnern wie der ISB, den Kammern, oder den Wirtschaftsförderungseinrichtungen für Gründungsinteressierte angeboten wird.)

Als neue Zielgruppe zur Unterstützung von Gründungen werden die Unternehmensberater angesprochen. Ihnen bietet das Ministerium eine Veranstaltung an, die ein Beraternetzwerk aufbauen soll und die Unternehmensberater über neue wissenschaftliche Ergebnisse zum Gründungsgeschehen ebenso informieren soll wie über die Förderangebote für Gründerinnen und Gründer. „Wer bereits gründen will, findet Unterstützung. Weit schwieriger ist es, Menschen überhaupt auf die Idee zu bringen, dass Selbstständigkeit für sie eine Perspektive sein kann“, stellte Lemke fest. Deshalb fördert das Land aus Landes- und EU-Mitteln vier Modellprojekte, die zum Ziel haben, zu Gründungen zu motivieren. Eines davon, das von der Hochschule Ludwigshafen entwickelte Online-Spiel „Segamo“ will als serious game spielerisch das eigene Gründerpotenzial ansprechen und soll bis zum nächsten Jahr fertig entwickelt sein und im Netz erprobt werden.

Als ein bereits nach kurzer Zeit bewährtes finanzielles Förderinstrument bewertete Ministerin Lemke den Innovationsfonds des Landes, der in rund drei Jahren seiner Einrichtung 56 Unternehmen mit Beteiligungen von insgesamt 18,4 Millionen Euro unterstützte. Die Auflage eines neuen Fonds, der aus Landes- und EU-Mitteln finanziert wird, ist daher für die nächste Förderperiode der EU ab 2014 geplant. Hintergrund: Gründungen im Wandel Nach der Gründerquote des KfW-Gründungsmonitors 2012 nimmt Rheinland-Pfalz einen guten Platz ein: es steht an vierter Stelle nach den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen, nimmt also den höchsten Wert unter den deutschen Flächenländern ein. Nach einem leichten Zuwachs der Gründungen in den Krisenjahren 2009 und 2010 auf 18.905 im Jahr 2010 nimmt jedoch die Zahl der Gründungen wieder ab. Sie betrug 2011 18.068 und wird angesichts des demographischen Wandels wohl auch künftig weiter sinken. Zunehmen werden wohl weiter Gründungen im Nebenerwerb – entweder aus einer angestellten Tätigkeit heraus oder als Wiedereinstieg in den Beruf.

Branchenverteilung der Gründungen:

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verzeichnete in allen Jahren der Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen die größten Anteile der Gründungen mit Anteilen jeweils deutlich über 20 %, seit 2008 gefolgt vom Baugewerbe mit 10 bis etwa 17 %. Es folgen weiter die Bereiche Gastgewerbe und Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, die sich in der Reihenfolge mit um die 10 % abwechselten sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Für die ersten drei Quartale 2012 listet das Statistische Landesamt danach mit absteigenden Werten das Verarbeitende Gewerbe, sonstige Persönliche Dienstleistungen, Verkehr und Lagerei, Grundstücks- und Wohnungswesen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Information und Kommunikation, Energieversorgung, Erziehung und Unterricht, Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie Gesundheits- und Sozialwesen und Land- und Fortwirtschaft, Fischerei auf. Das Statistische Landesamt bezieht in diese Bewertung Kapital-, beziehungsweise Personengesellschaften mit Handelsregistereintrag, Handwerkskarte oder mindestens einer sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein.

Die Branchenverteilung spiegelt bereits seit Jahren den Wandel zu einer Dienstleistungsgesellschaft deutlich wider. Gründungen aus der Arbeitslosigkeit: Die Gründungszahlen werden zurückgehen. Das IfM stellt für den Bundestrend fest: Im Jahr 2012 werden Zugänge zu den Programmen, die Gründungen aus der Arbeitslosigkeit unterstützen, voraussichtlich einen Tiefstand erreichen: Im ersten Halbjahr 2012 wurden lediglich rund 17.000 Gründungen gefördert. Im Vergleich zum Referenzwert des Vorjahres (70.000) ist die Zahl der Gründungen somit um rund 77 % zurückgegangen. Dies ist zum einen Ergebnis der zum 28. Dezember 2011 erfolgten Änderungen beim Gründungszuschuss. So sind die Zugangszahlen beim Gründungszuschuss besonders stark eingebrochen (-81 %). Diese Entwicklung ist auch für Rheinland-Pfalz festzustellen. Doch nicht nur die Veränderungen beim Gründungszuschuss allein, sondern auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt wirken sich dämpfend auf das Gründungsgeschehen aus. Eine Eintrübung des Gründungsklimas kann die Landesregierung dagegen noch nicht erkennen.

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