Raser verursachen viele Verkehrsunfälle, leichte Steigerung im Land

Weniger Kinder verunglückt

Mainz, 01.03.13, Statistisch gesehen krachte es 2012 alle vier Minuten auf den Straßen in Rheinland-Pfalz. Das geht aus der Unfallbilanz 2012 hervor, die Verkehrsminister Roger Lewentz am Donnerstag in Mainz präsentierte. Täglich wurden im Durchschnitt zehn Menschen schwer verletzt. Alle sechs Stunden verunglückte ein Kind. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr etwa 134.000 Verkehrsunfälle – rund ein Prozent mehr als 2011. Die Zahl der Verkehrstoten stieg gegen den Bundestrend um 17 auf 209. Das Ministerium betonte jedoch: „Seit dem zweiten Halbjahr 2012 bis heute ist wieder ein positiver Trend zu verzeichnen.“ Das vergangene Jahr liege immer noch unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Den Höchststand gab es in Rheinland-Pfalz im Jahr 1971 mit 1.241 Verkehrstoten. Auf den Straßen im Land sind im vergangenen Jahr mehr Kinder ums Leben gekommen als im Vorjahr, die Gesamtzahl der verunglückten Jungen und Mädchen ist aber gesunken. Getötet wurden acht Kinder – zwei mehr als 2011. Insgesamt kamen 1.374 Kinder unter 14 Jahren zu Schaden, das waren 118 weniger als im Vorjahr.

Lewentz verwies auf die Anstrengungen zum Schutz der „schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer“. Dazu zählen polizeiliche Aktionen wie Verkehrserziehung und Fahrradführerscheine.´ Hauptursachen der Unfälle mit Toten und Verletzten bleiben den Angaben zufolge zu hohes Tempo, zu wenig Abstand und Verstöße gegen die Vorfahrtsregeln. Auf den Autobahnen krachte es 2012 etwas weniger, auf Bundes- und Landstraßen häufiger als im Vorjahr. Das Ministerium kündigte an, die Kontrollen der Polizei noch mehr an unfallträchtige Strecken zu verlagern. Lewentz brach eine Lanze für das Begleitete Fahren ab 17, bei dem Jugendliche schon vor ihrem 18. Geburtstag mit einem erwachsenen Beifahrer ein Auto steuern können. „Ich finde das aus eigener Betrachtung eine ganz tolle Sache“, sagte der Minister – auch mit Blick auf seine 17-jährige Tochter. Die Jugendlichen bekämen so Tipps und Fahrpraxis und verursachten weniger Unfälle. Bereits mehr als jeder zweite Führerschein-Neuling im Land habe die Möglichkeit des Begleiteten Fahrens ab 17 genutzt. Eine Senkung der Altersgrenze auf 16 sei nach neuen Angaben der EU-Kommission indessen nicht mit EU-Recht vereinbar.

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