Gender Pay Day: Frauen verdienen fast ein Viertel weniger als Männer


Gender Pay Gap

2012 verdienten Frauen 23 Prozent weniger als Männer

Bad Ems, 20.03.13. Der Gender Pay Gap, d. h., der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, lag im Jahr 2012 in Rheinland-Pfalz bei rund 23 Prozent. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems anlässlich des Equal Pay Day am 21. März mitteilt, liegt der Wert damit etwas höher als im Jahr 2011 (22 Prozent). Der Equal Pay Day markiert den Tag des Jahres, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um das gleiche durchschnittliche Vorjahresgehalt zu erzielen wie Männer.

Mit einem Gender Pay Gap von 23 Prozent liegt Rheinland-Pfalz nur geringfügig über dem Bundesdurchschnitt von 22 Prozent. Im Vergleich der alten Bundesländer hat Rheinland-Pfalz den drittniedrigsten Wert. Geringere
geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede weisen in den westdeutschen Ländern nur Niedersachsen mit 20 Prozent sowie Schleswig-Holstein mit 18 Prozent auf. Deutlich geringer ist der Gender Pay Gap in den neuen Bundesländern, wobei der niedrigste Wert mit 5 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen ist.

Im Zeitverlauf erweist sich der Gender Pay Gap als stabil, da die ursächlichen Faktoren nur langsamen Veränderungsprozessen unterliegen. So bewegte sich der Wert zwischen 2006 und 2012 auf relativ konstantem Niveau. Für den Verdienstabstand spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So unterscheiden sich Männer und Frauen zum Beispiel in der Wahl ihrer Berufe, Branchen und in der Erwerbsbiographie. Frauen sind darüber hinaus nach wie vor häufiger als Teilzeitkraft oder geringfügig beschäftigt.

Der Gender Pay Gap ist ein Strukturindikator der amtlichen Statistik, der den Unterschied der Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern misst. Datenquelle ist die Verdienststrukturerhebung 2010. Für das Jahr 2012 wurde die Gender Pay Gap mit den Ergebissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung fortgeschätzt.

Im Rahmen der Verdienststrukturerhebung 2010 wurden in Rheinland-Pfalz mehr als 1.700 Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich mit jeweils mindestens zehn Beschäftigten befragt. Im Rahmen der vierteljährlichen Verdiensterhebung werden in Rheinland-Pfalz gut 2.200 Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich zu Verdiensten und Arbeitszeiten der vollzeit- und teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt.

Autor: Hans-Peter Fein (Abteilung Bevölkerung und Gesellschaft)

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