Vom Truppenübungsplatz zum nationalen Naturerbe

Nationales Naturerbe Standortübungsplatz Saarburg: SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann besichtigt Pflegemaßnahmen Koblenz, 22.03.13 SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann verschaffte sich bei einem Ortstermin mit den SGD Nord Mitarbeitern Dr. Axel Schmidt und Stefan Backes einen persönlichen Eindruck über das Vorangehen der Biotopflegemaßnahmen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Saarburg. Dieser ging nach dem Abzug der französischen Streitkräfte in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland über. Auf dem ungenutzten Areal wucherten viele Sträucher, die vor allem wertvolle Amphibienlebensräume verdrängten. Mit einer sogenannten „halbwilden Beweidung“ durch Robustrassen, wie Heck- beziehungsweise Taunusrinder und Konik-Pferde, sollen in Zukunft mindestens 70 Hektar der Flächen offen gehalten werden. So finden seltene Tierarten optimale Lebensbedingungen. Das vereinbarten alle Beteiligten: die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (MULEWF), der Landkreis Trier-Saarburg, Stadt und Verbandsgemeinde Saarburg, das Hofgut Serrig, der NABU Rheinland-Pfalz und die SGD Nord. Grundvoraussetzung für die beabsichtigte Beweidungsform sind die zurzeit laufenden Freistellungsmaßnahmen. Da diese nur in den Wintermonaten zulässig sind, hat sich die SGD Nord entschlossen, mit Restmitteln des Jahres 2012 die komplette Freistellung des Geländes durchzuführen. So kann bereits in diesem Jahr in die Beweidung eingestiegen werden. Aktuell werden je nach Witterungsverlauf die im November mittels Forstmulcher und Panzerplatte geschnittenen und gerissenen Gehölze von der etwa 45 Hektar großen Fläche entfernt. Für die beabsichtigte Beweidungsform ist außerdem die Erstellung eines festen Zauns notwendig. Die hierzu notwendigen Maßnahmen sollen auf Antrag der Kreisverwaltung Trier-Saarburg durch das MULEWF finanziert werden. Die Arbeiten sind fast beendet, so dass eine Beweidung der Fläche noch in diesem Jahr beginnen könnte. „Mit diesen Arbeiten ist ein wichtiger Schritt zum Erhalt und der dauerhaften Pflege durch Beweidung dieses wertvollen Naturerbes getan worden“, so Präsident Dr. Ulrich Kleemann. Das Areal zwischen Saarburg und Serrig ist Teil der Kulisse des NATURA 2000 Gebietes Serriger Bachtal und Leuk und Saar und Bestandteil des Nationalen Naturerbes. Nun gilt es, das empfindliche Ökosystem auf dem Gelände zu erhalten. Viele Tiere haben sich hier angesiedelt, wie zum Beispiel die seltene und stark gefährdete Gelbbauchunke. Auch Fledermäuse, wie Großes Mausohr, Bechsteinfledermaus und die Große Hufeisennase, sowie zahlreiche Vogelarten der halboffenen Landschaft und Waldarten, wie Wendehals, Neuntöter, Mittelspecht, und viele Insektenarten fühlen sich hier wohl.

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