DGB-Landesvorsitzender Muscheid: Frauenanteil an der Erwerbstätigkeit viel zu gering

Mainz, 23.03.13 „Das ist eine positive Entwicklung aber noch lange kein Grund zum Feiern“, kommentiert der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid den Anstieg der Erwerbsquote der Frauen in Rheinland-Pfalz. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist der Anteil der berufstätigen Frauen in den vergangenen zehn Jahren stetig gewachsen. Lag die Erwerbsquote der Frauen im Jahr 2001 noch bei 60,8 Prozent, liegt sie 2011 bei 70,1 Prozent. „An die Quote der Männer reicht die der Frauen aber noch immer nicht heran“, sagt Muscheid. Diese liegt bei 82,1 Prozent. Noch immer sind es vor allem Frauen, die ihre Erwerbsbiografie für Zeiten der Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen unterbrechen. „Auch im bundesweiten Vergleich macht Rheinland-Pfalz keine gute Figur“, sagt Muscheid. Nur in Bremen (60,2), in Nordrhein-Westfalen (58,3) und im Saarland (55,1) ist die Frauenerwerbsquote noch geringer. Besonders gut schneidet Brandenburg mit 78,7 Prozent ab. „Frauen brauchen ein eigenes existenzsicherndes Einkommen. Die Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt muss politisch entschiedener vorangetrieben werden“, fordert Muscheid. Besorgnis bereitet dem DGB-Landeschef auch die wöchentliche Arbeitszeit der teilzeitbeschäftigten Frauen. Diese liegt in Rheinland-Pfalz laut Agentur für Arbeit bei 17,9 Stunden. „Es gibt nur zwei Bundesländer, in denen Frauen noch weniger Stunden arbeiten“, sagt Muscheid. In Nordrhein-Westfalen liegt die durchschnittliche Arbeitszeit von Frauen bei 17,8 Stunden, in Baden-Württemberg sogar nur bei 17,6 Stunden. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt arbeiten Frauen im Schnitt 22,7 Stunden. „Damit sind Frauen nicht nur viele Karrierechancen verbaut. Langfristig laufen sie Gefahr, in die Altersarmut abzurutschen“, sagt Muscheid. Er fordert, dass zügig die politischen Weichen für mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt gestellt werden. „Es muss ein gesetzliches Rückkehrrecht auf eine Vollzeitstelle nach Familien- und Pflegezeiten geben“, sagt der DGB-Landeschef.

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