Auch nach der Fastenzeit Maß halten

Nach der Fastenzeit wieder in den alten Trott zurück?

Die LZG gibt Tipps, wie es nach der Fastenzeit gesund weitergehen kann

Mainz, 02.04.13. Sieben Wochen Fastenzeit sind vorüber und das Osterfest hielt schon wieder genügend kulinarische Verführungen bereit. Viele Menschen hatten sich nach Karneval große Ziele gesteckt, wollten abnehmen, mehr Sport machen, gesünder leben. Wie in jedem Jahr waren sie unterschiedlich erfolgreich damit. So gab es die vorbildlich Fastenden, die konsequent auf Süßigkeiten, Fleisch und Genussmittel verzichtet haben. Dann die „Mal-hier-mal-da-Verzichter“, die den einen oder anderen Kompromiss mit sich selbst geschlossen haben. Und schließlich diejenigen, die trotz guter Vorsätze nun feststellen müssen, dass das Kürzertreten wieder einmal nicht geklappt hat. „Seien Sie nicht zu streng mit sich und betrachten Sie sich nicht als gescheitert, wenn Sie Ihre Vorsätze nicht ganz eingehalten haben“, entwarnt Sanitätsrat Dr. Günter Gerhardt, Vorsitzender der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). „Wichtiger als sieben Wochen konsequent zu fasten ist es, allmählich und dafür dauerhaft den Lebensstil umzustellen. Jetzt kommt es darauf an, Gewohnheiten, die Sie in der Fastenzeit geändert haben, in den Alltag zu retten und nicht wieder in den alten Trott aus falscher Ernährung und wenig Bewegung zurückzufallen. Und wenn Sie es in der Fastenzeit gar nicht geschafft haben, dann ist nun immer noch Zeit, sich eine gesündere Lebensweise anzugewöhnen“, ermutigt Dr. Gerhardt. Egal zu welchem Fasten-Typ Sie in diesem Jahr zählten, entscheidend ist, dass uns die Fastenzeit eins ins Gedächtnis ruft: Wir sollten uns bewusster ernähren und darüber nachdenken, bevor wir etwas in den Mund stecken. Dabei kommt es nicht darauf an, jeder süßen Sünde abzusagen. Hat man erfolgreich verzichtet, ist eine lang ersehnte kulinarische Belohnung durchaus mal angebracht. Doch sollten diese Genüsse etwas Besonderes bleiben. Sich nach einer Hungerkur die vermissten Fast-Food-Gerichte oder Schnitzelportionen in doppeltem Maße zu gönnen, getreu dem Motto „Jetzt haue ich wieder richtig rein“, kann die harte Fastenzeit schnell wieder unwirksam machen. Im schlimmsten Fall tritt dann der Jojo-Effekt ein und die verlorenen Kilos kommen – zu allem Überfluss auch noch mit unerwünschter Verstärkung – schnell wieder zurück. Besonders für Menschen mit Adipositas, die meist mehrere Diät-Anläufe hinter sich haben, ist eine dauerhafte Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten entscheidender als der schnelle Erfolg. Betroffene sollten sich nicht mit unerreichbaren Zielen unter Druck setzen. Was sich in sieben oder mehr Jahren an Pfunden angesammelt hat, kann nicht in sieben Wochen abgehungert werden. Zudem zeigen neue Studien: Das bisher herrschende Schlankheitsideal ist möglicherweise gar nicht so gesund wie wir immer meinten. Vielmehr scheinen die ungeliebten Rettungsringe auf den Hüften unserer Gesundheit und Lebenserwartung durchaus zu nutzen. So kann ein etwas höheres Körpergewicht vor allem mit zunehmendem Alter als Energiereserve bei Krankheiten sehr nützlich sein und hat gleichzeitig einen herz- und gefäßschützenden Einfluss. „Gesundheit ist mehr als allein eine Frage des Gewichts. Veranlagung, Lebensstil, soziales Umfeld und so manche Lebensgewohnheit bestimmen kräftig mit“, erklärt Dr. Gerhardt. „Statt sich nur auf die Pfunde zu fixieren, sollte man sich lieber mal darüber Gedanken machen, wie man auch vernünftig mit Alkohol oder Kaffee umgehen kann. Ein maßvoller Konsum ist hier genauso wichtig wie das Maßhalten beim Essen“. Letztendlich lautet die Botschaft: Die Dosis und die Dauer macht’s. Eine dauerhaft bewusste Ernährung mit einem geringen Anteil an Zucker und tierischen Fetten, täglich frisches Obst und Gemüse sowie Ballaststoffe, wie sie in Vollkornprodukten zu finden sind, viel Bewegung ohne Leistungsdruck und ein maßvoller Umgang mit Genussmitteln – wer diese Regeln beherzigt, muss sich auch nach der Fastenzeit über das eine oder andere Speckröllchen nicht den Kopf zerbrechen.

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