Malu Dreyer will Ehrenamtsförderung weiter verstärken

Stärkung des Ehrenamtes / Ministerpräsidentin Dreyer stellt neuen Beauftragten für ehrenamtliches Engagement vor / Mainz, 11.04.13 Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellte heute in Mainz den neuen Beauftragten für ehrenamtliches Engagement, Bernhard Nacke, vor und präsentierte mit ihm gemeinsam unter dem Motto ‚Ich bin dabei!‘ eine Strategie, mit der insbesondere ältere Menschen fürs Ehrenamt gewonnen werden sollen. Mit der Initiative will sie das bürgerschaftliche Engagement weiter stärken und dabei aktiv auf Bürgerinnen und Bürger zugehen. Bernhard Nacke soll vor allem ältere Menschen direkt vor Ort motivieren, sich zu engagieren. „Der demografische Wandel stellt uns vor grundlegende Herausforderungen, denen wir mit einer lebendigen sozialen Kultur begegnen wollen. Dazu gehören die Sorge um den Nachbarn, die Pflege von Gemeinschaft und die Freude, etwas für sie tun zu können“, sagte die Ministerpräsidentin. Bereits jetzt sei Rheinland-Pfalz reich an ehrenamtlichem Engagement; gemeinsam mit Niedersachsen und Baden-Württemberg liege das Land auf Platz eins im Ländervergleich. 41 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer übten unter anderem in Jugend- oder Sportverbänden, Eltern- und Seniorenbeiräten, Selbsthilfeorganisationen oder bei der freiwilligen Feuerwehr und den Rettungsdiensten ein Ehrenamt aus. „Dazu haben nicht zuletzt auch die langjährigen Aktivitäten der Landesregierung zur Förderung und Unterstützung des Ehrenamtes unter anderem mit der Initiative ‚Wir tun was‘ und der Einrichtung einer ‚Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung‘ einen wichtigen Beitrag geleistet“, so Malu Dreyer. Großes Potential gebe es bei den Seniorinnen und Senioren, die heute immer älter würden und dabei oft bis ins hohe Alter fit blieben. „Viele ältere Menschen haben beispielsweise nach dem Berufsleben den Wunsch, sich ehrenamtlich zu engagieren, wenn sie wüssten, wo und wie“, sagte die Ministerpräsidentin. Zwischen 1999 und 2009 ist das Interesse für freiwilliges Engagement der Älteren von 10 auf 23 Prozent gestiegen. „Auf diese Menschen wollen wir gezielt zugehen“, so Malu Dreyer. „Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Kommunen Begleitung, Beratung, Qualifizierung und Impulse bieten, damit Bereitschaft zum Engagement und die vorhandenen Erfahrungsschätze sich in konkrete Projekte entfalten können“, erläuterte Nacke. Dazu sollen in 18 kreisfreien Städten beziehungsweise Landkreisen in den nächsten drei Jahren Workshops mit jeweils rund 30 Personen pro Standort stattfinden. Die Seniorinnen und Senioren arbeiten in Gruppen zusammen, in die sie ihre Interessen, Ideen und Kompetenzen einbringen, um sie anschließend eigenverantwortlich zu verwirklichen. „Das können beispielsweise Patenschaften, Nachbarschaftshilfen oder ehrenamtliche Besuchsdienste sein. Der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt werden“, so Nacke. Begleitet werden sie von einem Leitungsteam aus einem Vertreter der Kommune, einem Referenten der Volkshochschule und zwei SeniorTrainern oder Vertretern von Freiwilligenagenturen oder Ehrenamtsbörsen, die für ein Jahr Beratung und Unterstützung bieten. Das Leitungsteam soll dabei auch die vor Ort schon vorhandenen Initiativen und Einrichtungen im Blick haben und bei der kommunalen Netzwerkbildung der bereits bestehenden und der neu entstehenden Initiativen helfen. „Wir erhoffen uns einen Schneeballeffekt, wenn auf die ersten Workshops in einer Kommune weitere folgen und damit eine Entwicklung in Gang kommt“, so Nacke. Die Ministerpräsidentin wird in den kommenden Wochen alle Oberbürgermeister und Landräte anschreiben, ihnen das Projekt vorstellen und sie einladen, sich zu bewerben. Dementsprechend steht Bernhard Nacke als Ansprechpartner zur Verfügung. Parallel dazu soll mit einem Symposium der Dialog mit den gesellschaftlichen Gruppen zur Solidarität in der Gesellschaft gestartet werden. Dazu gehören Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kammern, Kommunen, Verbände, Einrichtungen der Wissenschaft und auch andere Interessengruppen. Ausgewählte Experten sollen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln die Diskussion anregen. Es geht um die Frage „Wo steht die solidarische Gesellschaft heute?“. Es geht um die Entwicklungsperspektiven und die politischen, gesellschaftlichen oder persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Erkenntnisse aus diesem Dialog sollen in die Aktivitäten vor Ort eingebracht werden. Zur Person Bernhard Nacke: Bernhard Nacke ist 64 Jahre alt und war zuletzt Leiter des Katholischen Büros Mainz. Nach der Ausbildung und Tätigkeit als Weber und der Ausbildung zum Webmeister und zum Textiltechniker war Nacke als REFA-Sachbearbeiter und Betriebsassistent tätig. Es folgte 1973 der Vorbereitungskurs auf die Begabtensonderprüfung, an den sich 1974 das Studium an der Pädagogischen Hochschule Münster anschloss. Hier bestand Nacke 1977 das erste Staatsexamen für die Sekundarstufe 1 und erhielt 1981 nach dem Studium an der Universität Münster das Diplom für Pädagogik. Von 1979 bis 1989 arbeitete Nacke als pädagogischer Mitarbeiter im Diözesanbildungswerk Münster und war von 1990 bis 1996 Geschäftsführer der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE) in Bonn. Von 1996 bis Februar dieses Jahres war Nacke Leiter des Katholischen Büros Mainz. Senioren, Kommunen, Netzwerke

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