Schluchtwälder sind einzigartiger Lebensraum

Besonderer Lebensraum im Focus: Schluchtwälder wurden vorgestellt Koblenz, 11.04.13 Tiefe Schluchten, felsige Hänge, steinige Böden und schattige Nischen zeichnen diesen besonderen Lebensraum aus. Durch das unwegsame Gelände entsteht in Schluchtwäldern ein kleines Stück Wildnis. „Dieser Lebensraum ist so selten, dass Schluchtwälder im Rahmen des europäischen Naturschutzprogrammes NATURA 2000 streng geschützt werden“, erklärte Dr. Ulrich Kleemann bei seiner Begrüßung zu einem diesbezüglichen Vortrag. Als Obere Naturschutzbehörde hatte die SGD Nord zusammen mit der Universität Koblenz-Landau dazu eingeladen. Professor Dr. Eberhard Fischer von der Abteilung Biologie am Institut für Integrierte Naturwissenschaften der Universität Koblenz-Landau hatte die Untersuchung betreut, welche sich mit der Flora und der Ökologie dieses einzigartigen Waldlebensraumes im Rheinischen Schiefergebirge beschäftigte. Dafür suchte Dr. Matthias Poppek Schluchtwälder zwischen Ahr und Nahe, an Mosel, Rhein und Lahn sowie im Westerwald an unzähligen Stellen auf. Dort wurden die Vegetation und weitere lebende sowie unbelebte Eigenschaften erfasst. Viele interessierte Gäste, unter anderem aus der Naturschutzverwaltung, den Naturschutzverbänden und der Forstverwaltung, waren auf den Campus Koblenz gekommen, um dem Vortrag von Dr. Poppek zu folgen. Dieser stellte die Verbreitung der Schluchtwälder in der Region vor, zeigte eindrucksvolle Fotos des feucht-schattigen und eher kühlen Lebensraumtypes und erklärte die charakteristischen Pflanzenarten. Diese Charakterpflanzen ermöglichen eine Abgrenzung des Schluchtwaldes von anderen Waldgesellschaften. Typisch sind die Farnarten Hirschzungen und Dorniger Schildfarn, das hellviolett blühende Silberblatt, das Gelbe Windröschen und lokal der Märzenbecher. In der Baumschicht finden sich Gemeine Esche, Sommer- und Winterlinde, Bergahorn und vereinzelt auch noch die Bergulme. „Es muss alles getan werden, um diese oft nur kleinflächig entwickelte Waldlebensraum zu erhalten“, warnt Referent Dr. Poppek. „Abholzungen, Wegebaumaßnahmen oder das Einbringen von Nadelholz, führen selbst in den Randbereichen zu Schäden, die mit den Zielen von NATURA 2000 nicht zu vereinbaren sind.“

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