Arbeitsbedingungen in sozialen Diensten verbessern

Studie zu Arbeitsbedingungen in sozialen Diensten DGB-Landesvorsitzender Muscheid fordert Anti-Stress-Verordnung Mainz, 22.04.13 „Wir brauchen dringend eine Anti-Stress-Verordnung“, fordert DGB-Landesvorsitzender Dietmar Muscheid. „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz müssen im Arbeitsschutz rechtlich genauso behandelt werden wie physische Belastungen.“ Außerdem fordert er eine Stärkung des Mitbestimmungsrechtes für Betriebsräte, um auf die zunehmende Belastung am Arbeitsplatz angemessen zu reagieren. Hintergrund ist eine aktuelle Studie des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft Saarbrücken und der Hochschule Heidelberg. In ihr wurde untersucht, wie sich der Trend zur Ökonomisierung auf die Arbeitsbedingungen auswirkt. Grundlage sind Fallstudien in 16 Einrichtungen der Altenpflege, Jugendhilfe und Kindertagesbetreuung in Rheinland-Pfalz und Thüringen. Das Ergebnis: Altenpfleger(-innen), Sozialarbeiter(-innen) und Erzieher(-innen) sind mit Zeitnot, Druck zur Kostenersparnis und Verdichtung der Arbeit konfrontiert. Darunter leiden laut Studie die professionellen Ansprüche der Beschäftigten und deren Gesundheit. In Pflegeheimen, so die Studie, seien Arbeitseinsätze von bis zu zehn Tagen hintereinander und massive Überstunden an der Tagesordnung. Gleichzeitig würden die Angestellten relativ schlecht bezahlt. In der Jugendhilfe ist laut Studie ein Sozialarbeiter für immer mehr Jugendliche zuständig. Außerdem würden die Fälle immer komplexer. Darunter leide die Qualität der Arbeit. In den Kindergärten wüchsen die fachlichen Anforderungen an die Erzieher(-innen), Aufgaben wie Planung und Organisation müssten zunehmend in der Freizeit erledigt werden. Die Forscher glauben, dass sich durch diese Arbeitsbedingungen der Fachkräftemangel noch weiter verstärken wird. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Muscheid. „Diese Berufsgruppen sind für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Wir brauchen engagierte und gut ausgebildete Altenpfleger(-innen), Sozialarbeiter(-innen) und Erzieher(-innen). Wenn wir dem Fachkräftemangel entgegensteuern wollen, müssen die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung verbessert werden.“ Hier sei der Staat gefragt. „Die Politik muss mehr Geld in die sozialen Bereiche investieren“, sagt Muscheid. Die Studie von Volker Hielscher u. a. “Zwischen Kosten und Anspruch: Das alltägliche Dilemma sozialer Dienstleistungsarbeit“, Springer VS, Wiesbaden 2013 findet sich auf der Homepage der Hans Böckler Stiftung unter www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/42599_42605.htm

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