Universitätsklinika brauchen mehr Vergütung

Wissenschaft

Doris Ahnen: Universitätsmedizin leistet hervorragende Arbeit – Dringender Handlungsbedarf bei Finanzierung deutscher Uniklinika

Mainz, 25.04.13. Anlässlich einer Aktuellen Stunde zur wirtschaftlichen Lage der Universitätsmedizin Mainz erklärte Wissenschaftsministerin Doris Ahnen heute im rheinland-pfälzischen Landtag: „Die Mainzer Universitätsmedizin genießt einen sehr guten Ruf. Die über 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des zweitgrößten rheinland-pfälzischen Arbeitgebers leisten hervorragende Arbeit. Steigende Zahlen von Patientinnen und Patienten, die eine umfassende medizinische Versorgung erhalten, sprechen hier eine eindeutige Sprache. Ebenso wie die rund 3.300 Studierenden und mehr als 650 Auszubildenden, die hier eine erstklassige Ausbildung absolvieren“, so die Ministerin und Aufsichtsratsvorsitzende des Mainzer Uniklinikums. Verschiedene Gründe für die derzeit schwierige wirtschaftliche Situation habe der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz zuletzt im Rahmen einer Pressekonferenz im März anlässlich des aktuell beschlossenen Wirtschaftsplans für das Jahr 2013 angeführt. Konnten die Gesamterträge des Uniklinikums zwischen 2005 und 2012 noch auf zuletzt 616 Millionen Euro gesteigert werden, driften Aufwendungen und Erträge der Universitätsmedizin inzwischen stark auseinander. Erhöhte Personalkosten und ein überproportionaler Anstieg von Sachkosten sind dafür zwei Beispiele. „Die Universitätsmedizin hat zahlreiche notwendige Maßnahmen zur wirtschaftlichen Konsolidierung angekündigt, die die Landesregierung ausdrücklich unterstützt“, so Ahnen weiter. Angekündigt hat der Vorstand der Universitätsmedizin etwa, medizinische Leistungen, für die das Uniklinikum nicht originär zuständig ist, zum Beispiel im Bereich der Hochschulambulanzen, zu reduzieren. Klar sei aber auch, so Ahnen weiter, dass der Universitätsmedizin Mainz im Bereich von Forschung und Lehre, deren Finanzierung dem Wissenschaftsministerium obliege, eine solide finanzielle Grundlage gegeben sei. Ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten ließen sich hier nicht verorten. Auch darauf habe das Uniklinikum selbst mehrfach hingewiesen. Die hier aufgewendeten Mittel sind in den vergangenen Jahren moderat gestiegen. Sie beliefen sich pro Jahr auf rund 80 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 13,5 Millionen Euro für pauschale Investitionsmittel, die etwa der Finanzierung von Großgeräten dienen. Die Finanzierung bewegt sich damit im Bundesdurchschnitt. In diesem Jahr wurde der Anteil der Mittel für Forschung und Lehre um weitere 3 Millionen Euro erhöht. Gleichwohl stehe das Uniklinikum vor ökonomischen Problemen – mit diesen aber keineswegs alleine da. Vielmehr seien alle 33 Universitätsklinika in Deutschland gleichsam mit der Herausforderung konfrontiert, eine einzigartige Kombination von Aufgaben bewältigen zu müssen. Hierunter fielen die Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten und die mitunter äußerst kostenintensive Behandlung seltener Erkrankungen ebenso wie die Aus- und Weiterbildung von Medizinerinnen und Medizinern. Vor diesem Hintergrund haben die Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern auf der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) am 12. April eine vom Bundesverband der Universitätsklinika in Deutschland (VUD) entfachte Debatte über die Finanzierung der Hochschulmedizin aufgegriffen. Sie sehen dringenden Handlungsbedarf und fordern einen Systemzuschlag zur Finanzierung der Universitätsklinika. Diese sollen eine zusätzliche Vergütung aus den Mitteln der Krankenversorgung erhalten. Dafür will sich die GWK auf Bundes- und Länderebene einsetzen und Gespräche mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern aufnehmen.

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