Patientenwohl kommt vor ökonomischem Sachzwang

Gesundheit

Minister Schweitzer: Das Patientenwohl steht im Mittelpunkt

München/Mainz, 26.04.13. Das Patientenwohl steht für Gesundheitsminister Alexander Schweitzer im Mittelpunkt der rheinland-pfälzischen Gesundheitspolitik. „Die Versorgung der Patientinnen und Patienten muss sich, unabhängig von Alter und Einkommen, an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten und nicht allein an ökonomischen Zwängen“, sagte Schweitzer auf dem 11. BGF-Gesundheitsforum in München. Hier diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung Zukunftsperspektiven für die deutsche Gesundheitswirtschaft. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung steht die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Kontext der aktuellen Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen. An der Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems bestehe kein Zweifel, sagte Schweitzer. Doch nach den Reformen der letzten Jahre seien wieder mehr Solidarität und Gerechtigkeit im Gesundheitswesen notwendig. Aus diesem Grund trete auch Rheinland-Pfalz für die Einführung eines solidarischen Krankenversicherungssystems ein, um für alle Menschen einen gleich guten Zugang zu medizinischer Versorgung zu schaffen und Privilegierungen im Gesundheitssystem zu beenden. „Dabei sind die Stärkung der hausarztzentrierten Versorgung, die Vernetzung zwischen Leistungserbringern der verschiedenen Gesundheitsberufe ebenso wie eine verlässliche und gerechte Finanzierung im Krankenhausbereich wesentliche Eckpfeiler der rheinland-pfälzischen Gesundheitspolitik“, so der Minister. Schweitzer ist die Beteiligung der Patientinnen und Patienten an der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens ein wichtiges Anliegen. „Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland, das gesetzlich geregelt hat, dass Patientenvertreter im Schlichtungsausschuss zur Aufklärung möglicher Behandlungsfehler gleichberechtigt mitentscheiden. Das hat sich im Sinne einer transparenten Aufklärungskultur bewährt.“ Bedeutung für die Patientenorientierung habe zudem die künftige Pflegekammer Rheinland-Pfalz. „Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz wird eine patientenorientierte Pflegestruktur mitgestalten und umsetzen. Nur eine starke Pflege und eine starke Pflegevertretung kann dazu beitragen, dass sich die Pflege den Herausforderungen der künftigen Gesundheitsversorgung stellen kann“, unterstrich der Gesundheitsminister. Darüber hinaus setze Rheinland-Pfalz auf innovative Techniken, wie die Telematik, um eine flächendeckende gesundheitliche und pflegerische Versorgung der Bevölkerung vor allem in den ländlichen Regionen zu sichern. Schweitzer sei überzeugt, dass telematische Anwendungen Schritt für Schritt den Gesundheitssektor erobern und zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen werden. Als Beispiel nannte er Assistenzsysteme per Bildschirm. Diese ermöglichen eine maßgeschneiderte Medikation von pflegebedürftigen Patientinnen und Patienten, die per Videobegleitung von Ärzten verordnet wird. Der Landesregierung sei es wichtig, die einzelnen Angebote im Gesundheitssektor regional und überregional besser aufeinander abzustimmen und die Potenziale der unterschiedlichen Sektoren koordiniert zu nutzen. In verschiedenen Modellprojekten würde dabei die Technik gestützte Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgungskette erprobt.

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