Storchenumzug: Die Nilgans war es nicht!

Weißstörche in Gensingen aus eigenem Antrieb umgezogen – Nilgänse haben das Storchenpaar nicht vertrieben

Mainz, 06.05.13. Das Storchenpaar, das seit fünf Jahren auf dem Gelände des Landesjagdverbandes in Gensingen brütete, ist nicht von Nilgänsen vertrieben worden. Dies stellt jetzt der NABU Rheinland-Pfalz fest. Wie jetzt erst bekannt wurde, haben die Störche bereits im letzten Jahr mit dem Bau eines Nestes auf dem Gelände der in der Nähe ansässigen Firma Kientzler begonnen. In diesem Jahr haben sie ihr Werk vollendet und sind nach kurzem Verweilen auf ihrem alten Nest in das neue Zuhause umgezogen. Dokumentiert wurde dieses Verhalten durch Ingrid Dorner von der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz im NABU Rheinland-Pfalz. Ehrenamtliche Mitarbeiter des NABU betreuen die Storchenbruten außerhalb der Pfalz, wo die Aktion Pfalzstorch dies übernimmt. Mit speziellen Fernrohren lesen sie die Nummern der beringten Störche ab und können so die einzelnen Störche genau auseinander halten. „Diesem großen Engagement ist es zu verdanken, dass wir einen guten Überblick über die in Rheinland-Pfalz brütenden Störche haben und Schutzmaßnahmen einleiten können, wenn bei einzelnen Standorten etwas passiert“, so Siegfried Schuch Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. “So haben die Mitarbeiter des NABU das Verhalten der Gensinger Störche genau beobachtet.“ Warum die Störche diesen Ortswechsel vornahmen, kann der NABU nur vermuten. „Störche wählen bewusst Nistplätze, die ihnen eine weite Rundumsicht und den Blick in ihre Nahrungsgebiete – hier die Nahewiesen – bieten. Vielleicht war dies der Anlass, auf den hohen Schornstein der Fa. Kientzler umzuziehen. Die Nilgänse waren jedenfalls nicht der Grund. Sie sind nur auf das verlassene Nest nachgerückt. Keinesfalls haben sie sich mit den Störchen einen Kampf geliefert oder diese gar vertrieben“ – ist sich Dorner sicher. Der NABU kann bestätigen, dass sich Nilgänse für Neststandorte anderer Arten interessieren. Auch Storchennester werden regelmäßig im Spätwinter inspiziert. Wenn Nilgänse diese Nester für sich beanspruchen, haben sie aber geringe Chancen, diese auch zu behalten. Die aus dem Winterquartier zurückkehrenden Störche räumen mit den Nestbesetzern auf, dann können schon mal Nilgansgelege aus dem Nest rausfliegen. Auch dies haben die NABU-Mitarbeiter schon viele Male beobachtet. Bei weniger wehrhaften Arten kann es aber vorkommen, dass sie von der Nilgans von den besten Neststandorten vertrieben werden. Dies ist ein natürlicher Vorgang, so wie z.B. auch die stärkere Kohlmeise der schwächeren Blaumeise die Bruthöhlen wegnimmt. Bisher sei nicht nachzuweisen, dass die Ausbreitung der Nilgans negative Auswirkungen auf andere Arten habe, so der NABU.

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