Demografiestrategie soll zu gleichwertigen Lebensbedingungen in ganz Rheinland-Pfalz führen

Studie Demografischer Wandel / Rheinland-Pfalz ist gut für alle Generationen – Repräsentative Befragung bestärkt Demografiestrategie der Landesregierung

Mainz, 07.05.13. Die Demografie-Politik hat in Rheinland-Pfalz einen ganz besonderen Schwerpunkt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer:„ Wer in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, in den Gemeinden und Landkreisen, sieht heute schon, was der Demografische Wandel bedeutet. Die Menschen werden immer älter – und das ist ein Geschenk. Der Demografische Wandel hat Auswirkungen auf alle Bereiche unserer Gesellschaft: auf die Familien, das Wohnen, die Arbeit, die Wirtschaft, die Bildung und die Infrastruktur. Überall gibt es Gestaltungsaufgaben und – Chancen. Regional wird die Entwicklung sehr unterschiedlich verlaufen. In einigen Regionen wie Landau, Mainz oder Trier wird die Bevölkerung bis 2030 voraussichtlich zunehmen, in anderen zurück gehen.“ Ziel der rheinland-pfälzischen Demografiepolitik ist, dass alle Generationen auch in Zukunft in allen Teilen des Landes gut leben können – es soll möglichst gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen geben. Eine wichtige Grundlage für die zukünftige Demografie-Politik sind die Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die die Gesellschaft für Sozial- und Marktforschung polis+sinus im Auftrag der Landesregierung erstellt hat. Danach leben 95 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer gerne in Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig sind den Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels in ihrer Region größtenteils bekannt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellte heute gemeinsam mit Demografieminister Alexander Schweitzer und dem Geschäftsführer von polis+sinus, Dr. Walter Ruhland, die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage vor. Die 1.009 Befragten verbinden sowohl Chancen wie auch Risiken mit dem demografischen Wandel. Risiken werden beispielsweise in unbezahlbaren, teuren Ballungsräumen, kleineren Orten ohne Zukunft oder fehlenden Nachwuchskräften für die Betriebe gesehen. Dass die Menschen immer älter werden und länger gesund bleiben, ältere Arbeitskräfte mehr nachgefragt werden und Jugendliche einfacher einen Arbeitsplatz finden, wurde als Chance bewertet. Die Umfrage zeigt auch, dass die Erwartungen an den Staat hoch sind: 74 Prozent der Bevölkerung sehen es als Aufgabe des Staates an, für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen zu sorgen, auch wenn das viel kostet. Jeder zweite wäre bereit, dafür entsprechend höhere Ausgaben zu leisten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer sieht sich durch die Ergebnisse der Befragung in der Politik der Landesregierung bestätigt. „Wir wollen den demografischen Wandel gemeinsam mit unseren Partnern, insbesondere den Kommunen, aktiv gestalten. Die Sicherung der pflegerischen und gesundheitlichen Versorgung besonders in ländlichen Regionen, zukunftsfähige Betreuungs- und Bildungsangebote für jedes Alter, ein vielfältiges Angebot unterschiedlichster Wohnformen, eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements, all das sind wichtige Maßnahmen, die die Landesregierung verfolgt“, so die Ministerpräsidentin. Die Landesregierung habe als erstes und bisher einziges Bundesland 2011 ein eigenes Demografieministerium eingerichtet, das immerhin nach 18 Monaten bereits 12 Prozent der rheinland-pfälzischen Bevölkerung bekannt sei. Vom Demografieministerium aus entwickle die Landesregierung ihre Demografiestrategie seitdem ressortübergreifend und abgestimmt weiter. „Zudem habe ich ein Demografiekabinett ins Leben gerufen, das am 16. April 2013 zum ersten Mal getagt hat und sich intensiv mit Fragen des demografischen Wandels beschäftigen wird“, sagte Ministerpräsidentin Dreyer. Die Zahlen aus der Demografiebefragung seien eine wichtige Grundlage für alle weiteren Maßnahmen der Landesregierung. „Die hohe Aufmerksamkeit der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer für Fragen des demografischen Wandels basiert auch auf der seit Jahren umgesetzten Demografiestrategie der Landesregierung“, sagte Demografieminister Schweitzer. Es habe sich bewährt, dass diese bei der konkreten Betroffenheit der Menschen ansetze: „Mit Blick auf die medizinische und pflegerische Versorgung, die auch den Befragten besonders wichtig war, sind wir unter anderem mit der Fachkräfte- und Qualifizierungsinitiative Gesundheitsfachberufe, der Sicherung einer ortsnahen Krankenhausversorgung sowie der Stärkung ambulanter Versorgungsangebote auf dem richtigen Weg. Dies wird auch so bleiben“, so Schweitzer. Demografiepolitik müsse dabei mehr leisten, als nur nach „technisch“ besten Lösungen fürr Versorgungsfragen zu suchen. Es gehe um grundlegende gesellschaftspolitische Herausforderungen. „Wenn wir über ‚Gut leben im Alter‘ sprechen, meinen wir damit auch soziale Gerechtigkeit, Bildung und Ausbildung, gerechte Entlohnung, Teilhabe, Inklusion und Integration für alle Generationen“, so Schweitzer. Um zu zeigen was schon passiert sei und um die Menschen noch stärker für die Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels zu sensibilisieren und zum Mitmachen zu motivieren, sei vom 28. Oktober bis 4. November 2013 eine landesweite Demografiewoche geplant, sagten Ministerpräsidentin Dreyer und Demografieminister Schweitzer. Weitere Informationen unter www.demografie.rlp.de.

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