Malu Dreyer fordert konkrete Schritte gegen europäische Jugendarbeitslosigkeit

Europawoche 2013: „Europäisches Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ / Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Gespräch über Europa in der BBS Trier

Mainz, 07.05.13. Im Rahmen des Europa-Projekttages an Schulen besuchte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Berufsbildende Schule Gewerbe und Technik in Trier. Bundesweit besuchen an diesem Tag Politikerinnen und Politiker unterschiedliche Schulen, um mit jungen Menschen zum Thema Europa ins Gespräch zu kommen. Die Aktion ist Teil der von den 16 Ländern koordinierten Europawoche rund um den Europatag am 9. Mai. In der BBS Trier sprach die Ministerpräsidentin mit den Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe des Unterrichtsfachs „Gemeinschaftskunde“, besuchte die Metallwerkstatt, in der in einer berufsqualifizierenden Maßnahme junge Menschen auf den Berufseinstieg vorbereitet werden, und diskutierte anschließend mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Berufsfachkurses Automatisierungstechnik und Mechatronik. Letztere berichteten von ihren Erfahrungen bei ihrem kürzlichen Aufenthalt in der neuen Partnerschule in Dijon, Burgund. Malu Dreyer betonte, gerade für junge Menschen biete Europa aufgrund der Freizügigkeit zahlreiche Möglichkeiten der beruflichen Entfaltung. „Junge Menschen können in Europa lernen, studieren und arbeiten und damit durch eine gelebte europäische Praxis das „Haus Europa“ weiterbauen“, so die Ministerpräsidentin. Sie verwies darauf, dass gerade im Raum Trier die grenzüberschreitende Arbeitsmarktmobilität seit Jahrzehnten Normalität sei. Hier wirke sich die Zusammenarbeit in der Großregion mit den Partnern Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Lothringen, Wallonie und Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens besonders positiv aus. „Aber wir müssen darüber hinaus mit einer europaweiten Abstimmung von Ausbildungs- und Studienqualifikationen Arbeitsmärkte und damit auch Arbeitschancen für junge Menschen weiter öffnen“, so Malu Dreyer. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei das Erlernen von Sprachen. Zusätzlich müsse die europäische Arbeitsmarktpolitik um gemeinsame Sozialstandards ergänzt werden: „Jeweils verbindliche Mindestlöhne in allen EU-Staaten, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze und funktionierende und starke europäische Arbeitnehmerorganisationen sind Grundlage eines sozialen und erfolgreichen europäischen Wirtschaftsmodells“, unterstrich Malu Dreyer. Die Ministerpräsidentin sprach mit den Jugendlichen unter anderem über die Bewältigung der Staatsschuldenkrise und der Arbeitslosigkeit, insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit in südlichen EU-Mitgliedstaaten. In der EU befinden sich 7,5 Millionen junge Bürgerinnen und Bürger im Alter von 15 bis 24 Jahren weder in einer Ausbildung noch in Arbeit. In Spanien und Griechenland liegt die Arbeitslosenquote von jungen Menschen bei über 50 Prozent, in Italien und Portugal bei knapp 40 Prozent. „Der Beschluss des Europäischen Rates, im Zeitraum von 2014 bis 2020 sechs Milliarden Euro für eine Beschäftigungsinitiative für junge Menschen zur Verfügung zu stellen, wird nicht ausreichen. Wir brauchen überall in der EU eine schnelle Umsetzung der sogenannten „Jugendgarantie“, nach der jeder EU-Bürger und jede EU-Bürgerin unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nach Abschluss einer formellen Ausbildung oder bei Arbeitslosigkeit ein Angebot für eine neue Stelle, eine Weiterbildung oder eine weiterführende Ausbildung erhalten soll“, sagte die Ministerpräsidentin. Auch die im Rahmen des europäischen Jugendbeschäftigungspakets vorgeschlagenen Maßnahmen wie die Europäische Ausbildungsallianz, ein Qualitätsrahmen für Praktika oder ein weiterer Abbau von Mobilitätshindernissen für junge Menschen müssten zügig angegangen werden. „Wir dürfen nicht große Teile der europäischen Jugend perspektivlos lassen, sondern müssen den jungen Menschen Angebote für sinnvolle Ausbildung und Beschäftigung machen“, so Malu Dreyer. Bei den Jugendlichen stieß die Ministerpräsidentin damit auf viel Zustimmung. „Ich nehme mit, dass die jungen Menschen sehr viel Verständnis füreinander haben und dass die Erwartung ist, dass egal wo sie in Europa wohnen, Entscheidungsträger von Politik und Wirtschaft sich gemeinsam um eine Lösung der Jugendarbeitslosigkeit kümmern.“

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.