Hat das kulturelle Erbe auf dem Land Zukunft?

Terminankündigung der Generaldirektion kulturelles Erbe

Koblenz, 11.05.13. Strukturwandel in den ländlichen Regionen Europas: Niedergang oder Chance? Das kulturelle Erbe im Spannungsfeld konkurrierender Werte. Internationale Konferenz am 04. Juni 2013 in Koblenz, Festung Ehrenbreitstein thematisiert integrierte Strategien zur Zukunftssicherung des europäischen Kulturerbes

Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Baudenkmäler, historische Quartiere in Städten und Dörfern, archäologische Denkmäler und Kulturlandschaften prägen seit Generationen die kulturelle Identität der europäischen Regionen. Doch dieses Erbe unterliegt mehr und mehr den Bedingungen konkurrierender Interessen und neuer Wertorientierungen. In Dörfern und kleinen Städten geht längst die Sorge um, dass demografischer Wandel und strukturelle Veränderungen die Zukunft der ländlichen Gemeinden existenziell gefährden. Dass die durchaus erfolgreiche Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land ins Wanken geraten könnte – einst politisches Credo sozial ausgewogener Lebensverhältnisse– kann auch die Kulturpolitik nicht kalt lassen. Viele Fragen stehen im Raum: Reichen künftig die öffentliche Finanzen noch aus, um das Kulturerbe zu bewahren? Welche Gründe könnten Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft bewegen, Geld und Engagement in Baudenkmäler zu investieren? Interessiert sich die „Erben-Generation“, die ihre Lebensplanung verstärkt auf urbane Zentren mit Wirtschaftskraft ausrichtet, überhaupt noch für die Kulturgüter im ländlichen Raum? Ein Erbe, das die vorangegangenen Generationen als „Heimat“ angesehen haben. Ist das Kulturerbe im ländlichen Raum also eher eine Last oder stellt es einen unverwechselbaren Wert dar, der den Regionen Gesicht und Charakter und damit auch Zukunftsfähigkeit verleiht? Gibt es Beispiele dafür, dass das Kulturerbe als Motor einer erfolgreichen Entwicklung funktioniert hat?

Internationale HISTCAPE-Tagung am Dienstag, dem 04. Juni 2013

Das Thema der internationalen HISTCAPE-Tagung „Im öffentlichen Interesse? – Kulturerbe im Spannungsfeld konkurrierender Werte“ am Dienstag, dem 04. Juni 2013, 10.00 bis 20.00 Uhr, Koblenz, Festung Ehrenbreitstein (Kuppelsaal) zielt auf eine Bestimmung der Landesdenkmalschutzgesetze in Deutschland. Hier wird weitgehend ähnlich formuliert, dass Zeugnisse aus Geschichte und Kultur dann unter Schutz zu stellen sind, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt. Die Referentinnen und Referenten aus europäischen, nationalen und rheinland-pfälzischen Institutionen geben Antworten auf die zentrale Frage, wie diese Verpflichtung, im öffentlichen Interesse zu handeln, unter den heutigen Herausforderungen praktisch umgesetzt werden kann. Sie stellen Beispiele aus ihrer Praxis vor, wie durch neue Wege und integrierende Ansätze das Kulturerbe gesichert werden kann. Das Ziel der Tagung liegt in der Darlegung dieser Beispiele. Dabei werden unterschiedliche Handlungsfelder zur Diskussion gestellt. Alle Beiträge werden simultan übersetzt. Mit dabei sind u.a.: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, European Heritage Legal Forum, Monumenten-Wacht Niederlande, UNESCO Paris, Europa-Universität Viadrina, Kulturministerium Rheinland-Pfalz. Im Rahmen der Konferenz präsentieren sich alle HISTCAPE-Partner in kurzen Statements.

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