Suchtberatung braucht Selbsthilfe

Langner lobt Engagement für Suchthilfe

Mainz, 10. Mai 2013. Bei der Eröffnung des Guttemplertages 2013 in Bad Dürkheim unterstrich Staatssekretär David Langner die Bedeutung der Suchtselbsthilfe als wichtige Säule des rheinland-pfälzischen Beratungssystems für Suchtkranke. „In einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz ist die Erreichbarkeit angemessener Hilfeangebote besonders wichtig. Den Angeboten der Suchtselbsthilfe kommt daher in ländlichen Regionen eine erhebliche Bedeutung zu. Selbsthilfegruppen lassen sich auch in kleineren Gemeinden gründen und sind damit flexibel, unbürokratisch und ortsnah.“ In Rheinland-Pfalz sei die Suchtselbsthilfe gut aufgestellt, sehe sich aber auch besonderen Herausforderungen gegenüber. So werden im Rahmen der Fachtagung „Sucht ist keine Frage des Alters“ generationenspezifische Fragen der Sucht und ihre Bedeutung für die Suchtselbsthilfe diskutiert. Dazu gehöre die Entwicklung zielgruppenorientierte Selbsthilfeangebote sowie die Gewinnung und langfristige Bindung Betroffener an diese Angebote. „Unabhängig vom Alter sollte es unser Ziel sein, suchtkranken Menschen eine Beratung oder Behandlung zukommen zu lassen und das Problembewusstsein der Betroffenen genauso wie das ihres Umfeldes zu schärfen.“ Der Staatssekretär dankte den ehrenamtlich Tätigen, die sich mit Zeit, Engagement und Mitgefühl dieser Aufgabe widmen. „Mitglieder der Suchtselbsthilfe sind Botschafter und Botschafterinnen einer erfolgreichen Bewältigung der Suchterkrankung und einer bewussten, suchtmittelfreien Lebensführung. Ihnen gebühren Dank und Respekt.“ Bei den Guttemplern in Deutschland engagieren sich Menschen, die selbst oder in ihrem Umfeld Erfahrungen mit Suchterkrankungen gemacht haben. In Selbsthilfegruppen beraten und begleiten sie überwiegend behandelte Suchtkranke und ihre Angehörigen im Hinblick auf ein suchtmittelfreies Leben. Dabei leisten die Gruppen eine aktive Nachsorge, indem Informationen zur Suchterkrankung und zur Krankheitsbewältigung vertieft werden und Freizeitgestaltung angeboten wird. „Mit diesen Angeboten leisten die Gruppen einen wesentlichen Beitrag zur dauerhaften Abstinenz der Betroffenen und entlasten die Solidargemeinschaft nachhaltig“, hob der Staatssekretär hervor. Nach Angaben der Guttempler in Deutschland findet jedes vierte Mitglied der Guttempler Gemeinschaften den Weg zu einer abstinenten Lebensweise ohne ein professionelles Angebot der Suchtkrankenhilfe in Anspruch zu nehmen. In Rheinland-Pfalz wird die Suchtselbsthilfe von verschiedenen Verbänden und Gruppen im Land umgesetzt. Neben den Guttemplern in Deutschland sind dies die Al-Anon Familiengruppen, die Anonymen Alkoholiker, das Blaue Kreuz in Deutschland e. V., das Blaue Kreuz in der Evangelischen Kirche, der Kreuzbund e. V. und die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe aktiv. Insgesamt sind in Rheinland-Pfalz rund 300 Selbsthilfegruppen dieser Verbände tätig, die pro Jahr von 3.000 bis 4.500 Suchtkranken und Angehörigen aufgesucht werden. Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie unterstützt die Ehrenamtlichen der Suchtselbsthilfe durch die Förderung von Seminaren und Wochenendbegegnungen.

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