Tongrube bietet Lebensräume


Artenschutz und Rohstoffabbau im Einklang

Koblenz, 17.05.13. Davon überzeugten sich der rheinland-pfälzische Staatssekretär für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Dr. Thomas Griese und SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann in der Grube Karl-Heinrich der Kärlicher Ton- und Schamottewerke (KTS). Auf 120 Hektar Betriebsfläche dehnt sich die Carl Heinrich-Grube auf dem Kärlicher Berg, einem Ausläufer der Eifel, über dem Neuwieder Becken aus. 70 Meter mächtig ist das Kärlicher Lager. Die Grube gehört zu einer der größten Abbauflächen in Rheinland-Pfalz. Hier wird der besondere Blauton abgebaut. 5 Millionen Tonnen Ton werden jedes Jahr in Deutschland verarbeitet. Derzeit 40.000 Tonnen aus der Grube Mannheim. Der Umweltschutz und die Verpflichtung, die Natur den nachkommenden Generationen zu erhalten, sind Bestandteil der Firmenpolitik in dem Vorzeigeunternehmen. Die ausgetonten Flächen werden aufgeforstet und teils der natürlichen Sukzession überlassen. Für die heimische Tierwelt, insbesondere Amphibien und Reptilien, hat die Tongrube eine besondere Bedeutung. Sie stellt wichtige Ersatzlebensräume und Rückzugsgebiete für Arten der ehemaligen Rheinaue dar. Durch die Rheinbegradigung finden keine Überschwemmungen mehr statt, die für solche Spezialisten Lebensräume bieten. Besonders Tierarten, die offene Böden und neu entstandene Kleingewässer benötigen, z.B. Kreuz- und Wechselkröte, Gelbbauchunke, Libellen und Sandlaufkäfer, finden in den vegetationsarmen Bruchbereichen ideale Lebensbedingungen. „Solange der Abbau fortschreitet und dadurch stets neue Kleinbiotope in Sukzessionsflächen entstehen, bleibt der „gute Erhaltungszustand“ der Arten wie die EU-NATURA 2000 -Richtlinie dies fordert, erhalten,“ so SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann. Die SGD Nord hat als für NATURA 2000 zuständige Landesbehörde gemeinsam mit dem Umweltministerium bereits früh eine intensive Zusammenarbeit mit den heimischen Tonabbaubetrieben und dem Dachverband Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale BKRI begonnen. Dies führte ausgehend vom „Artenschutzprojekt Laubfrosch“ zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung über den Schutz von FFH-Arten und Vogelarten beim Abbau keramischer Rohstoffe, zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und dem BKRI. In dieser Vereinbarung verpflichten sich die Tonabbau-Unternehmen, eine festgelegte Anzahl von geeigneten Gewässern in ihren Gruben vorzuhalten und sind im Gegenzug von bestimmten Auflagen wie z.B. FFH-Verträglichkeitsprüfungen befreit. „Die Ergebnisse und die erfolgreiche Zusammenarbeit werden seitens der EU sogar als vorbildliche Vorgehensweise zum Thema Artenschutz in Abbaubereichen angesehen“, so Kleemann abschließend.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.