Irreführende Umfrage zum Nationalpark


Nationalpark

Höfken kritisiert Irreführung der Bevölkerung durch Umfrage zum Nationalpark

Mainz, 22.05.13. Umweltministerin Ulrike Höfken hat die vom Verein „Ja zur Natur – Nein zum Nationalpark“ in Auftrag gegebene Meinungsumfrage kritisiert: „Das Ja zur Natur ist eine positive Aussage, die dem Wunsch der rheinland-pfälzischen Bevölkerung nach dem Schutz unserer Naturschätze entspricht. Dieser Wunsch darf aber nicht von einzelnen Interessengruppen instrumentalisiert werden.“ Die Fragestellung des Vereins sei irreführend, weil sie den Leuten vormache, ein Nationalpark wäre mit zunehmenden Holzimporten und dem Verzicht auf heimisches Holz verbunden. „Dabei macht die aus dem geplanten Nationalparkgebiet bezogene Holzmenge nur ein bis zwei Prozent der in den regionalen Sägewerken verarbeiteten Menge aus“, betonte die Ministerin. Einen nennenswerten Teil ihres Fichtenholzes importiere die Holzindustrie im Hunsrück jetzt schon aus anderen Bundesländern und dem Ausland. Höfken: „Mit dem Nationalpark in der Hochwald-Region können wir Schutz und Regionalentwicklung positiv miteinander verbinden.“ „Die Landesregierung praktiziert bei der Gründung des ersten Nationalparks in Rheinland-Pfalz eine echte Bürgerbeteiligung“, stellte Ministerin Höfken fest und verwies auf den laufenden Bürgerdialog im Hochwald, wo der Nationalpark gemeinsam mit den Menschen entwickelt werde. Die übergroße Anzahl der Verbands- und Ortsgemeinden setze sich dort positiv mit der Gründung eines Nationalparks auseinander. Der Naturpark Saar-Hunsrück spiele in diesem Prozess eine Hauptrolle und treibe den Nationalpark als positive Weiterentwicklung voran. Höfken wird morgen gemeinsam mit ihrer saarländischen Kollegin Anke Rehlinger ein vom Naturpark und den Kommunen erstelltes kommunales Eckpunktepapier zur Ausweisung des Nationalparks entgegen nehmen: „Gerade dieses intensive Engagement des grenzüberschreitenden Naturparks für die Einrichtung eines Nationalparks in der Hochwaldregion zeigt, wie gut sich diese konzeptionellen Ansätze miteinander verbinden lassen. Mit der Gründung eines Nationalparks in der Hochwaldregion können wir neben der typischen Kulturlandschaft auch die Entwicklung eines großen und einzigartigen Naturwaldes schützen. Daraus entsteht ein Mehrwert für alle Seiten.“ Hinsichtlich der Meinungsumfrage verwies die Ministerin auf aktuelle Forschungsergebnisse des Münchner Wald- und Umweltpolitikprofessors Michael Suda, der politisch motivierte repräsentative Bevölkerungsumfragen kritisch beurteilt. „Im Übrigen ist es auch eine Täuschung der Bevölkerung, wenn man ihr einredet, dass der Schutz der Natur überflüssig wäre“, so Höfken. Rheinland-Pfalz sei nationalen und internationalen Vereinbarungen wie zum Beispiel der Bundesstrategie zur biologischen Vielfalt verpflichtet, wonach zehn Prozent des staatlichen Waldes unter Schutz gestellt werden sollen. Die Gründung des ersten Nationalparks in Rheinland-Pfalz sei ein Beitrag dazu. Höfken kündigte an, dass sie am kommenden Montag in einer Pressekonferenz den weiteren Fahrplan für den ersten Nationalpark in Rheinland-Pfalz vorstellen werde.

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