Konjunkturumfrage: Unternehmen warten ab


Konjunkturumfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz zum Frühsommer 2013

Mainz, 22.05.13. Der Wirtschaftstätigkeit in Rheinland-Pfalz fehlt es aktuell an einer klaren Entwicklungsrichtung. Das Konjunkturklima im Land stagniert mit jetzt 110 Punkten auf dem Niveau der Vorumfrage, nachdem weder die tendenziell schwächere aktuelle Geschäftslage noch die etwas freundlicheren Geschäftserwartungen einen gesamtwirtschaftlich eindeutigen Konjunkturtrend vorzeichnen. Im Detail bewerten gegenwärtig knapp 30 Prozent aller Unternehmen ihre jetzige Geschäftssituation als gut, weitere 54 Prozent beurteilen diese als befriedigend. Gegenüber der Vorumfrage sinkt der Lagesaldo damit um zwölf auf nun plus zehn Prozentpunkte, bleibt damit aber weiter deutlich positiv. Trotz der leicht gedämpften Geschäftslage erholen sich die Geschäftserwartungen der rheinland-pfälzischen Unternehmen gegenüber dem Jahresbeginn merklich. Im Winter erwarteten nur 20 Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte auf Jahressicht, aktuell äußern schon 27 Prozent entsprechende Einschätzungen. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Firmen mit explizit skeptischen Geschäftserwartungen von 21 auf 16 Prozent. Maßgeblich für diese Gegenbewegung dürften die weiter sehr stabile Arbeitsmarktsituation in Deutschland sowie die schrittweise anziehenden Auftragseingänge aus dem Ausland sein. Trotz des Zusammenspiels besserer allgemeiner Geschäftserwartungen und stabiler Exporte bleibt die gesamtwirtschaftliche Investitionsneigung schwach und auch hinsichtlich ihrer Beschäftigungsabsichten für die kommenden zwölf Monate äußern sich die rheinland-pfälzischen Unternehmen zunehmend zurückhaltend. „Die Zurückhaltung der Unternehmen ist wenig überraschend, wenn man bedenkt, vor welchen Marktunsicherheiten und potentiellen Belastungsszenarien die Unternehmen mittel- und langfristige Entscheidungen treffen sollen“, so der Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Peter Adrian. „Zudem sehen sich die Unternehmen mit der lauter werdenden steuerpolitischen Diskussion aktuell einem neuen und großen Unsicherheitsfaktor gegenüber. Rückmeldungen zeigen uns, dass dadurch die Planungssi- cherheit, die für jede Investitions- und Beschäftigungsentscheidung maßgeblich ist, spürbar beeinträchtigt wird.“ Aktuell sehen 44 Prozent aller Unternehmen die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als nennenswertes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Vor einem Jahr äußerten nur 36 Prozent entsprechende Befürchtungen. Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz ergänzt: „ Auf die Vielzahl der wirtschaftlichen Marktrisiken haben die Unternehmen durch passende strategische Entscheidungen vielfach Antworten gefunden. Die jetzt in der Diskussion stehenden Weichenstel- lungen insbesondere bei der Steuerpolitik würden die Unternehmen dagegen in der Sub- stanz treffen. Das führt zur Verunsicherung und Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen.“ In die Auswertung der Konjunkturumfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz flossen über 1.000 Unternehmensantworten aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel sowie aus dem Dienstleistungssektor ein. Die antwortenden Unternehmen beschäftigen aktuell mehr als 220.000 Arbeitnehmer. Alle Ergebnisse finden Sie im Internet unter www.ihk-arbeitsgemeinschaft-rlp.de, Dokumenten-Nummer 1149. Neben den Ergebnissen für das Bundesland Rheinland-Pfalz sind bei den einzelnen IHKs auch Konjunkturberichte für die jeweiligen IHK-Bezirke erhältlich. Die Ergebnisse fließen zudem in die aktuelle Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für Deutschland ein, die am 23.05.2013 der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

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