Baukonjunktur erlebt herben Einschlag im 1. Quartal 2013


Bauhauptgewerbe: Aufträge und Umsätze im ersten Quartal 2013 niedriger als im Vorjahr

Bad Ems, 22.05.2013. Die Auftragseingänge im rheinland-pfälzischen Bauhauptgewerbe sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes im ersten Quartal 2013 gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt deutlich gesunken (minus 11,4 Prozent). Der baugewerbliche Umsatz ging im Vergleich zum ersten Quartal 2012 dagegen nur leicht zurück (minus 0,4 Prozent). »Mit den März-Ergebnissen führen wir in der monatlichen Konjunkturberichterstattung auch für das Bauhauptgewerbe eine Saison- und Kalenderbereinigung ein«, erklärt der Präsident des Statistischen Landesamtes, Jörg Berres. »Dadurch werden Sondereinflüsse wie beispielsweise die unterschiedliche Anzahl an Werktagen oder der für die Baubranche saisontypische Auftrags- und Umsatzrückgang im Winter ausgeschaltet.« Die Umstellung der Konjunkturberichterstattung zum verarbeitenden Gewerbe war bereits im Juli 2012 erfolgt. Veränderung gegenüber Februar 2013: Auftragseingänge plus 2,1 Prozent – Umsätze minus 4,1 Prozent Im Vormonatsvergleich stieg die Nachfrage nach Bauleistungen. Gegenüber Februar 2013 erhöhten sich die Auftragseingänge kalender- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent. Im Hochbau kam es sogar zu einem Anstieg um 17 Prozent. Vor allem der öffentliche Hochbau legte kräftig zu (plus 57,1 Prozent). Im Tiefbau verminderten sich die Auftragseingänge dagegen um 7,4 Prozent. Gegenüber dem Vormonat ging der baugewerbliche Umsatz um 4,1 Prozent zurück. Sowohl im Hochbau (minus 3,9 Prozent) als auch im Tiefbau (minus 4,3 Prozent) wurden sinkende Umsatzzahlen registriert. In der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber gab es lediglich im Wohnungsbau einen Anstieg (plus 3,8 Prozent). Veränderung gegenüber März 2012: Auftragseingänge minus 16,4 Prozent – Umsätze minus 4,9 Prozent Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die bereinigten Auftragseingänge um 16,4 Prozent gesunken. Im Hochbau (minus 17,7 Prozent) waren kräftige Einbußen zu verzeichnen, von denen alle Bereiche betroffen waren. Der Tiefbau meldete ebenfalls niedrigere Aufträge als im Vorjahr (minus 14,1 Prozent). Zuwächse wurden hier lediglich im gewerblichen Tiefbau registriert (plus 28,9 Prozent). Im Vergleich zum März 2012 ging der baugewerbliche Umsatz kalender- und saisonbereinigt um 4,9 Prozent zurück. Sowohl der Hochbau (minus 5,7 Prozent) als auch der Tiefbau (minus 4,9 Prozent) verzeichneten sinkende Umsätze. Die stärksten Umsatzeinbußen hatten der gewerbliche Hochbau (minus 14 Prozent) sowie der Straßenbau (minus 13,3 Prozent) zu verkraften. Veränderung gegenüber dem Zeitraum Januar bis März 2012: Auftragseingänge minus 11,4 Prozent – Umsätze minus 0,4 Prozent Im ersten Quartal 2013 sank die Nachfrage nach Bauleistung im Bauhauptgewerbe kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,4 Prozent. Im Hochbau wurde ein Minus von 15,7 Prozent registriert; im Tiefbau kam es zu einer Verschlechterung um 7,1 Prozent. In der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber blieben in allen Bereichen die Aufträge hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Der bereinigte baugewerbliche Umsatz fiel gegenüber dem Ergebnis der ersten drei Monate des Vorjahres etwas geringer aus (minus 0,4 Prozent). Zu der Umsatzsteigerung im Hochbau (plus 0,8 Prozent) trug vor allem der Wohnungsbau bei (plus 3,6 Prozent). Im Tiefbau wurde ein Umsatzrückgang um 1,7 Prozent beobachtet. Hier wurde die positive Entwicklung im öffentlichen und im gewerblichen Tiefbau (plus 7,2 bzw. plus 4 Prozent) durch das Umsatzminus von 8,2 Prozent im Straßenbau überkompensiert. Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird anhand der endgültigen Ergebnisse für Rheinland-Pfalz die monatliche Entwicklung der nominalen Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes in Form von Veränderungsraten gegenüber dem Vormonat, dem Vorjahresmonat sowie dem Vorjahreszeitraum bereitgestellt. Die Daten stammen aus der Befragung von rund 350 Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten des Bauhauptgewerbes. Die Originalwerte der Auftragseingänge und des baugewerblichen Umsatzes werden von kalendarischen (Arbeitstage, Ferien, u. Ä.), saisonalen und zufälligen Einflüssen überlagert. Deshalb werden zur Beurteilung der Konjunkturentwicklung Zeitreihen herangezogen, die mithilfe des Berliner Verfahrens (BV4.1) bereinigt werden. Die kalender- und saisonbereinigten Werte ergeben sich, indem man die Originalwerte um die geschätzten kalendarischen und saisonalen Einflüsse bereinigt. Die Trend-Konjunktur-Komponente entspricht im Vergleich zu den kalender- und saisonbereinigten Werten den zusätzlich um die Zufallsschwankungen bereinigten Originalwerten. Bei der Einschätzung der Veränderungsraten ist zu beachten, dass die Entwicklung im Bauhauptgewerbe häufig durch Großaufträge geprägt ist.

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen, Europa)

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