Ausstellung: Mainz – römische Hauptstadt Obergermaniens


Mainz – Stadt der römischen Legionen

„Im Dienst des Kaisers“ – große Sonderausstellung im Landesmuseum Mainz vom 25. Mai 2013 bis 5. Januar 2014 Mainz, 25.05.13 Mit bis zu 24.000 Legionären hielt die Stadt Mainz fast vier Jahrhunderte lang eine der größten römischen Garnisonen am Rhein und wurde so zu einem der wichtigsten römischen Militärstützpunkte im Westen des Imperium Romanum. Von hier sollte Germanien erobert werden – von Männern wie Titus Valerius Montanus aus Ungarn oder Lucius Naevius aus Turin, die heute durch ihre Grabsteine Auskunft über ihre Herkunft und über ihr Leben und Wirken geben. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele römische Soldatengrabsteine wie in den Beständen des Mainzer Landesmuseums. Sie unterstreichen ebenso wie die beeindruckende Infrastruktur, die die Legionäre geschaffen haben, die Bedeutung, die das römische Mainz als Hauptstadt der Provinz Obergermanien besaß. Grund genug, „Mainz als Stadt der römischen Legionen“ in einer großen Sonderausstellung zu würdigen. Rund 250 Exponate präsentiert das Landesmuseum Mainz vom 25. Mai 2013 bis 5. Januar 2014 unter dem Titel „Im Dienst des Kaisers“ und veranschaulicht dabei eindrucksvoll das römische Militärleben. Viele dieser Funde wurden in Mainz seit über zehn Jahren nicht mehr ausgestellt und in dieser Zusammensetzung noch nie dargestellt. Die Ausstellung „Im Dienst des Kaisers“ nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch die militärisch wie wirtschaftlich bedeutendsten Jahrhunderte des römischen Weltreiches. Hinein in das erste Jahrhundert nach Christus, als Mainz mit einem gewaltigen Truppenaufgebot der strategische Ausgangspunkt für die Germanenfeldzüge war, bis schließlich in die Zeit der Spätantike, als Germanentruppen in die Stadt einfielen und Mainz als Stützpunkt römischer Kriegsschiffe wieder Teil der Grenzverteidigung am Rhein wurde. Zahlreiche Waffen und Ausrüstungsgegenstände geben Auskunft darüber, wie die römischen Truppen in den Kampf gezogen sind, während Grabsteine von gefallenen Soldaten zeigen, dass in Mainz Truppen aus allen Teilen des Römischen Reiches stationiert waren. Erweitert wird die Ausstellung „Im Dienst des Kaisers“ durch eine Präsentation im Eckrisalit unter dem Motto „AVE CAESAR! – Feldherren und Kaiser im römischen Mainz“, was die besondere überregionale Bedeutung unterstreicht, die der Stadt seit ihrer Gründung 13/12 v. Chr. in der Geschichte des Imperium Romanum zukam. Diese Bedeutung lässt sich nicht zuletzt an der Anwesenheit zahlreicher Feldherren und Kaiser des Reiches in der Garnison und Hauptstadt der Provinz Obergermanien ablesen. Am Beispiel der Ereignisse, die Mitglieder großer Herrscherhäuser nach Mainz führten, wird hier römische Reichsgeschichte lebendig. „Im Dienst des Kaisers“ ist ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der Direktionen Landesmuseum Mainz, Rheinisches Landesmuseum Trier und der Landesarchäologie, die zusammen mit den Direktionen Landesdenkmalpflege und Burgen, Schlösser, Altertümer unter dem Dach der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz zusammengefasst sind. Während der gesamten Ausstellungsdauer läuft ein umfangreiches Rahmenprogramm, das neben Vorträgen, Führungen und museumspädagogischen Angeboten auch an den ehemaligen Ausgrabungsstätten vor Ort historische Einblicke bietet. So wird beispielsweise ab Juli 2013 ein Archäologie-Container als Fenster in die Vergangenheit dienen. In zahlreichen Vorträgen werden unter anderem „Die spätrömischen Schiffsfunde aus Mainz“ beleuchtet oder neue Forschungen zur Topographie und Befestigung des römischen Legionslagers von Mainz/Mogontiacum präsentiert. Ein weiterer Veranstaltungshöhepunkt ist das Römerwochenende am 24. und 25. August, an dem Mitglieder des Vereins „I. Römercohorte Opladen“ im Innenhof des Landesmuseums ihr Lager aufschlagen werden. Neben militärischen Aktionen werden das klassische Lagerleben und römische Handwerkskunst gezeigt. Zitate „Die Ausstellung lässt uns neue beeindruckende Facetten der Römer entdecken, zugleich gibt sie uns aber auch spannende Einblicke in die Gründungszeit der Stadt Mainz als einen bedeutsamen Schauplatz römischer Militärgeschichte. Die Vergangenheit wird hier sichtbar, erlebbar und gegenwärtig. Auch dank des großen bürgerschaftlichen Engagements, das die Erschließung unseres kulturellen Erbes überhaupt erst möglich gemacht hat und noch immer antreibt.“ Doris Ahnen, Staatsministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz. „Das Besondere an dieser Ausstellung in Mainz ist die erfolgreiche Zusammenarbeit unserer Direktionen Landesmuseum Mainz und Landesarchäologie in Kooperation mit dem Landesmuseum Trier. Vor allem hat diese Kooperation einen spürbaren Mehrwert für alle Besucher: ,Im Dienst des Kaisers‘ lockt einerseits ins Museum und führt gleichzeitig mit seinem Rahmenprogramm zu den authentischen Orten an die ehemaligen Ausgrabungsstätten im Mainzer Stadtgebiet. So können sich Landesarchäologie und Landesmuseum gegenseitig befruchten und wechselseitig füreinander werben.“ Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz „In den letzten drei Jahrzehnten ist es der Landesarchäologie in Mainz gelungen, einen Schulterschluss mit der Mainzer Bevölkerung herzustellen. Wir erleben täglich ein großes Verständnis und eine große Begeisterung für unsere Arbeit. Ausgrabungen faszinieren nun mal, weil bislang Unbekanntes und Überraschendes entdeckt wird. Deshalb lassen wir uns gerne bei der Arbeit über die Schulter schauen. Archäologie muss auch zum Anfassen sein, das versuchen wir während der gesamten Ausstellungsdauer mit unterschiedlichen Angeboten erlebbar zu machen.“ Dr. Marion Witteyer, Leiterin Außenstelle Mainz, Direktion Landesarchäologie „Nirgendwo sonst gibt es in Deutschland römische Soldatengrabsteine in einer so großen Zahl wie in den Beständen des Mainzer Landesmuseums. Sie illustrieren das Schicksal einzelner Soldaten auf eindrucksvolle Weise und bieten zugleich die Chance, tiefer in das Leben und die Erlebnisse der römischen Legionäre einzutauchen. In unserer Ausstellung finden sich einzigartige Fundstücke zur römischen Militärgeschichte – sozusagen die Championsleague unter den Römerfunden. Viele dieser Funde wurden in Mainz seit über zehn Jahren nicht mehr ausgestellt und in dieser Zusammensetzung noch nie dargestellt. Ich lade Sie herzlich ein vorbeizuschauen, es lohnt sich.“

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