Italienische Gewerkschaften studieren duales Ausbildungssystem in Rheinland-Pfalz


Das deutsche duale Ausbildungssystem hat in Europa Vorbildcharakter

Mainz, 29.05.13. „Die duale Ausbildung ist ein Markenzeichen des deutschen Bildungssystems. Wir freuen uns, dass sie im Ausland auf so großes Interesse stößt“, erklärte der rheinland-pfälzische DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid beim Pressegespräch zum dualen Ausbildungssystem in der Agentur für Arbeit in Mainz. Eine Delegation der italienischen Gewerkschaft Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) ist vom 27. Mai bis zum 30. Mai zu Gast beim DGB Rheinland-Pfalz, um sich vor Ort über das deutsche Ausbildungssystem zu informieren. „Während die Zahl der Arbeitslosen bei den 15- bis 24- Jährigen in den vergangenen zehn Jahren europaweit gestiegen ist, gibt es in Deutschland eine vergleichsweise geringe Jugendarbeitslosigkeit. Das ist in erheblichem Maße auf das duale Ausbildungssystem zurückzuführen“, sagte Muscheid. Die CGIL-Delegierten berichteten, dass es in Italien eine derartige Ausbildung, bei der Berufsschule und Betrieb Hand in Hand arbeiten, nicht gibt. „Vor allem die enge Verknüpfung der Ausbildung in Betrieb und Schule ist für uns von großem Interesse. Wir hoffen, dass unser berufliches System der Aus- und Weiterbildung in der Toskana davon profitieren kann“, erklärte Alessandro Rapezzi von der CGIL Toskana. „Besonders interessieren uns auch die Erfahrungen mit dem deutschen Ausbildungssystem und die arbeitsmarktpolitischen Instrumente, die zum Tragen kommen, wenn Jugendliche ihre Arbeit verlieren“, ergänzte Daniel Quiriconi von der CGIL Toskana. In diesem Zusammenhang wies Minister Schweitzer darauf hin, dass auch in Deutschland nicht allen Jugendlichen ein reibungsloser Einstieg in Ausbildung und Arbeit gelingt: „Wir müssen uns deshalb auch um diejenigen jungen Menschen kümmern, die mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. So unterschiedlich deren Unterstützungsbedarf ist, so groß ist auch die Bandbreite unserer Angebote. Immer aber geht es darum, die Beschäftigungschancen junger Menschen individuell und praxisnah zu fördern.“ Dies, so Schweitzer weiter, sei eine gemeinsame Herausforderung: „Wenn die Unternehmen ihren Bedarf an Nachwuchskräften künftig noch decken wollen, müssen sie auch denjenigen jungen Menschen eine Chance geben, deren Lebenslauf bisher nicht so geradlinig verlief.“ Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, machte deutlich, dass das System der dualen Ausbildung eine der tragenden Säulen für die Gewinnung von Fachkräften sei. Die hohe Bindung zwischen Betrieb und Jugendlichen sorge mit dafür, dass ein hoher Beschäftigungsgrad bei den Jüngeren erzielt werde. „Für den gelungenen Übergang von der Schule in die Ausbildung ist es wichtig, den jungen Menschen eine breite Orientierung zu bieten. Die Jugendlichen benötigen häufig umfassende Unterstützung, um sich optimal über die Vielfalt der Möglichkeiten zu informieren und eine qualifizierte Entscheidung zu ihrer beruflichen Zukunft treffen zu können. Die Agenturen für Arbeit bilden eine wichtige Schnittstelle, um Arbeitgeber, Partner der Wirtschaft sowie junge Menschen zusammenzubringen. Die Onlineangebote der Bundesagentur für Arbeit, die Berufsinformationszentren sowie die Beratungsdienstleistung der Berufsberatung bilden wesentliche Bausteine in diesem Prozess“. Weitere Stationen der CGIL-Delegation in Rheinland-Pfalz sind eine Besichtigung des Ausbildungszentrums von Evonik in Worms und ein Besuch des Instituts für Lehre und Weiterbildung der Stadtwerke Mainz. Dort sollen weitere Einblicke in die Ausbildungspraxis in Deutschland vermittelt werden.

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