Bedenklicher Flächenverbrauch in Rheinland-Pfalz


Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen auf einem neuen Höchststand

Bad Ems, 03.06.13. Der Umfang der vom Menschen stark beeinflussten Flächen nimmt stetig zu. Zum Stichtag 31. Dezember 2012 entfielen nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes auf jeden Rheinland-Pfälzer durchschnittlich 708 Quadratmeter Siedlungs- und Verkehrsflächen. Zum Vergleich: Zum Stichtag 31. Dezember 2011 betrug die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland pro Kopf 586 Quadratmeter. Insgesamt wurden 2012 in Rheinland-Pfalz 2.832 Quadratkilometer oder 14,3 Prozent der Landesfläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt. Im Jahr 2002 war diese Fläche rund 138 Quadratkilometer geringer. Auf jeden Einwohner kamen damals umgerechnet 664 Quadratmeter. Ländliche Regionen mit höchsten Pro-Kopf-Werten Innerhalb des Landes kommen die eher ländlich geprägten Regionen auf die höchsten Werte je Einwohner. Der Landkreis Vulkaneifel weist mit 1.680 Quadratmetern den größten Pro-Kopf-Wert auf, vor dem Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 1.670 Quadratmetern. Werte von über 1.000 Quadratmeter erreichen noch die Landkreise Cochem-Zell (1.290 Quadratmeter), Bernkastel-Wittlich (1.190 Quadratmeter), Rhein-Hunsrück-Kreis (1.150 Quadratmeter) und Birkenfeld (1.060 Quadratmeter). Für die Großstädte errechnen sich auf Grund der höheren Bevölkerungsdichte die geringsten Werte. In der Stadt Mainz liegt er bei knapp 250 Quadratmeter vor der Stadt Ludwigshafen mit 290 Quadratmeter. Anteile in den Städten am höchsten Demgegenüber liegen die Anteilswerte der Siedlungs- und Verkehrsflächen an der gesamten Fläche einer Stadt oder eines Landkreises in den städtischen Gebieten deutlich über dem Durchschnitt. Mehr als die Hälfte der Gesamtfläche wird in den Städten Ludwigshafen (61 Prozent) und Mainz (50 Prozent) für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Landkreis Südwestpfalz ist es dagegen weniger als ein Zehntel der Gesamtfläche. Der Siedlungs- und Verkehrsfläche liegen mehrere Nutzungsarten zugrunde. Den größten Anteil machen mit 43,6 Prozent die Verkehrsflächen aus (123.448 Hektar), gefolgt von den Gebäude- und Freiflächen mit 41,5 Prozent (117.563 Hektar). Als Erholungsflächen, zu denen Grünanlagen und Sportplätze zählen, werden 34.235 Hektar (12,1 Prozent) genutzt. Der Rest entfällt auf Friedhöfe (1.963 Hektar) sowie Betriebsflächen (ohne Abbauland). Die Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung wertet Daten des Automatisierten Liegenschaftsbuches (ALB) der Vermessungs- und Katasterverwaltung nach einem detaillierten Nutzungsartenkatalog aus. Auf den Stand 31.12.2012 aktualisierte Ergebnisse liegen für alle rheinland-pfälzischen Verwaltungsbezirke vor. Die Berechnungen je Einwohner erfolgten mit dem Bevölkerungsstand vom 30.6.2012. Umrechnung: 1 km² entspricht 100 ha, 1 ha umfasst 10 000 m².

Autor: Jörg Breitenfeld, Referat Landwirtschaft und Umwelt

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