Agrarspekulationen verursachen Hunger und schaden Bauern


Wehner: Agrarspekulation einschränken, strengere Regeln beim Handel festlegen

Mainz, 07.06.13. „Wir müssen die Agrarspekulation einschränken und strengere Regeln beim Handel mit Agrarrohstoffen festlegen“, so Thorsten Wehner, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz anlässlich eines gemeinsamen parlamentarischen Antrages aller Fraktionen im rheinland-pfälzischen Landtag. Wehner: „Handel und Agrarspekulation dürfen nicht dazu führen, dass durch künstliche Verteuerungen von Agrarrohstoffen Hunger in der Welt geschaffen und nicht beseitigt wird. Auch die Landwirte in Europa sind von der Spekulation mit Agrarrohstoffen und starken Preisschwankungen betroffen. Wir müssen weltweit Lösungen finden und umsetzen, um den immer stärkeren Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten zu begegnen und um Agrarspekulationen zu Lasten der Menschen und der Landwirtschaft zu unterbinden. Erste Schritte hierzu können in Deutschland und in der Europäischen Union angegangen und umgesetzt werden.“ Große Finanzinstitute geraten immer wieder in die Kritik, da ihnen vorgeworfen wird, sie verschärften mit Spekulationen an den Nahrungsmittelmärkten den weltweiten Hunger. Es sei deshalb ein vorbildlicher Schritt, so Wehner, dass sich die DZ Bank als Dachorganisation der Volks- und Raiffeisenbanken in diesem Jahr entschieden habe, sich nicht mehr an der Agrarspekulation zu beteiligen und entsprechende Produkte 2013 endgültig auslaufen zu lassen. Für Produkte ohne begrenzte Laufzeit war bekannt geworden, dass sie von Seiten der Bank zum Juni 2013 gekündigt worden seien. „Unser Anliegen zur Begrenzung der Agrarspekulation ist aktuell und bleibt notwendig. Es ist gut, dass wir uns im rheinland-pfälzischen Landtag auf einen gemeinsamen Antrag verständigt haben. Der Ausschuss für Umwelt- und Landwirtschaft des Landtags hatte im vergangenen Jahr zudem eine Anhörung zum Thema ‚Steigende Rohstoffpreise‘ durchgeführt“, so der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Wehner: „Warentermingeschäfte können zur Risikoabsicherung der Landwirtschaft dienen. Die Politik kann sich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass sowohl Positionslimits zur Vermeidung von starken Preisausschlägen als auch höhere Sicherheitsleistungen an den europäischen Warenterminbörsen eingeführt werden. Höhere Sicherheitsleistungen könnten dazu beitragen, dass stärker auf Grundlage von Eigenkapital gehandelt und weniger ‚gezockt‘ wird. Besonders beim außerbörslichen Handel mit Finanz- und Agrarprodukten gibt es erheblichen Handlungs- und Steuerungsbedarf. Der außerbörsliche Derivatehandel mit Agrarrohstoffen muss abgeschafft werden. Nahrungsmittelspekulationen zu Lasten der Menschen in den ärmsten Ländern der Welt müssen verhindert werden. Die Schaffung von mehr Transparenz ist hierbei ein notwendiger Schritt.“

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