Fernstudium voll digitalisiert


Über die Zukunft des Lernens

Tagungsimpressionen an die Universität in Koblenz

Koblenz, 11.06.13. Die „New York Times“ hat das Jahr 2012 zum Jahr der MOOCs ausgerufen. MOOCs sind „Massive offene online Kurse“ in Fernstudien und Weiterbildungsmaßnahmen. Bemerkenswert ist vor allem die Resonanz, die die offenen und kostenlosen Kurse erfahren haben. Es gibt bis zu 160.000 Teilnehmende pro angebotenem Kurs. Für etablierte Anbieter im Bildungsmarkt, die Bildung nicht als öffentliches, sondern als privates Gut anbieten, fühlen sich durch MOOCs provoziert. Gerade die Massenkurse sorgen für Aufregung. An der Universität in Koblenz wurde am 6. und 7. Juni 2013 während der Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft für das Fernstudium an Hochschulen (AG-F) erstmals über MOOCs diskutiert. Dort wurde klar, dass es nicht immer MOOCs sein müssen, sondern dass man mit Lehrvideos vielfältig und kreativ umgehen kann. Durch sie lassen sich der Klassenraum virtuell umdrehen oder die meist noch papierbasierte Fernlehre mit einzelnen Videosequenzen anreichern. Die rund 80 Tagungsteilnehmer sprachen sich dagegen aus, MOOCs zu normieren und nach einem einheitlichen Muster durchzuführen. Andernfalls würde die noch junge Entwicklung in ihrem Entfaltungspotenzial eingeengt. Eine klare Absage ging aber auch an die so genannten Edupunks, eine vorgeblich neue Generation von Studierenden. Diese wollen ihre Lerninhalte selbst zusammenstellen und dabei kein bestimmtes Studienfach einer einzelnen Hochschule wählen. In den USA ist dieser Trend schon deutlicher zu beobachten. Eindrucksvoll wurde im Rahmen der Tagung demonstriert, wie Lehrtexte für mobile Endgeräte wie dem Ipad erstellt und eingesetzt werden können. Hier deutet sich eine Entwicklung an, die künftig zu einem papierlosen (Fern-)studium führen könnte.

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