Größe der Überschwemmungsgebiete am Idarbach umstritten


Überschwemmungsgebiet des Idarbaches wird überprüft – Zweite Gewässerbegehung am 13. und 14.06.13 in Idar-Oberstein

Koblenz, 11.06.13. Am 13. und 14.06.2013 wird wie angekündigt das geplante Überschwemmungsgebiet am Idarbach überprüft. Mitarbeiter der Struktur-und Genehmigungsdirektion Nord aus Koblenz (SGD Nord) sowie des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) aus Mainz werden zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern aus Idar-Oberstein das geplante Überschwemmungsgebiet am Idarbach abgehen. Bereits im Mai fand die Begehung im Bereich der Ortslage Kirchweiler statt. Wie kommt es zu diesen Terminen? Überschwemmungsgebiete müssen überall dort, wo ein bedeutendes Hochwasserrisiko besteht, ausgewiesen werden. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) schreibt vor, mindestens die Flächen durch Rechtsverordnung festzusetzen, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren (HQ 100) zu erwarten ist. Daneben können Flächen für die Hochwasserentlastung und die Hochwasserrückhaltung als Überschwemmungsgebiete festgesetzt werden. Das Land Rheinland-Pfalz setzt derzeit an insgesamt 3100 Gewässerkilometern aufgrund bundes- sowie landesrechtlicher Regelungen sogenannte Überschwemmungsgebiete in Form von Rechtsverordnungen fest. Überschwemmungsgebiete (ÜSG) sind aus der Sicht des Hochwasserschutzes in zweierlei Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen ermöglichen sie das schadlose Abfließen von Hochwasserereignissen, zum anderen kann der Rückhalt von Wasser in den Überschwemmungsgebieten eine Reduzierung der Hochwasserscheitel entlang des Gewässers bewirken und damit das Hochwasserrisiko für Unterlieger vermindern. Gerade auch aus aktuellem Anlass ist vorbeugende Hochwasserschutz durch die Flächenvorsorge in Form der Festsetzung von Überschwemmungsgebieten wichtiger denn je. Mit hohem zeitlichem und technischem Aufwand sind in den letzten Jahren an vielen sogenannten Risikogewässern durch das Land mehrere Hochwasserszenarien berechnet und kartiert worden. Die Berechnungen waren nötig, weil an den meisten Gewässern über einen solch langen Zeitraum keine Hochwasserereignisse dokumentiert wurden bzw. Anlieger eine solche Überflutung noch nicht erlebt haben. So auch die Situation am Idarbach. Die SGD Nord hatte Ende des letzten Jahres die Anlieger am Idarbach über die Kartenentwürfe informiert. Viele hegten daraufhin Zweifel an der Richtigkeit der berechneten Überschwemmungslinien. Das Überschwemmungsgebiet sei viel zu groß und spiegle nicht die bisherigen Erfahrungen bei Hochwasser wieder. Das LUWG ist derzeit dabei, die Fachdaten des geplanten Überschwemmungsgebietes und den für die Berechnung zugrunde gelegten Hochwasserabfluss noch einmal zu prüfen. Darüber hinaus hatte die SGD Nord im Stadtrat von Idar-Oberstein angekündigt, eine Gewässerbegehung mit allen Betroffenen durchzuführen. Jeder Anlieger erhält so die Möglichkeit, seine bisherigen Erfahrungen mit Hochwasser an Ort und Stelle vorzutragen und mit den Experten der SGD und des LUWG zu besprechen. Nun findet die 2. Begehung statt, am – Donnerstag, den 13.06.2013, 10 Uhr, Treffpunkt: Gaststätte Stadenhalle Informationsaustausch mit Begehung des Idarbaches in der Ortslage Tiefenstein flussabwärts bis zur Weiherschleife – Freitag, den 14.06.2013, 10 Uhr, Treffpunkt: Stadtverwaltung Idar-Oberstein Informationsaustauch mit Begehung von Idar flussaufwärts bis zur Weiherschleife Kirschweiler

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.