ZsL ist gegen Sonderwelten für behinderte Menschen


Inklusion ohne „Aber“

Mainz, 17.06.13. Zum Streitgespräch zwischen Christian Baldauf und Klaus-Peter Hammer über das Thema der schulischen Inklusion äußerte sich Gracia Schade, Geschäftsführerin des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, Mainz e.V. (ZsL): „Es ist erwiesen: Der Weg raus aus den Sondersystemen ist ein schwieriger Prozess. Ein Leben von Menschen mit und ohne Behinderung in getrennten Welten aber schafft zusätzliche Barrieren und Berührungsängste. Menschen mit Behinderung sind Bestandteil unserer Gesellschaft und fordern dies auch ein. Inklusion kann nur dann Realität werden, wenn schon Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen. Es gibt zahlreiche gelungene Beispiele gelebter Inklusion in Kita und Schule, doch wir benötigen natürlich Konzepte und Fachpersonal im Regelbereich, damit nicht ein Teil der behinderten Menschen von der Inklusion ausgeschlossen wird. Menschen mit autistischen Verhaltensweisen haben beispielsweise auch häufig Hochbegabungen; daran zeigt sich noch mal, dass es unmöglich ist, das Thema Inklusion pauschal zu betrachten. Es gilt also, individuelle Lösungen zu finden. Eine Pauschalisierung, für wen Inklusion geht und für wen nicht, ist nicht möglich. Diese Diskussion geht schon viel zu lange und widerspricht der 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention. Für die Einführung der Wahlfreiheit der Eltern wurde jahrelang gekämpft – wer sollte besser entscheiden können, was für sein Kind gut ist, als die Eltern. Dazu gehört natürlich, dass unsere Systeme durchlässig sind und es eine Vielfalt an Angeboten gibt.

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