10 Jahre Informations- und Beschwerdetelefon Pflege


Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Zehn Jahre Informations- und Beschwerdetelefon Pflege

Mainz, 28.06.13. Auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit kann das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege und Wohnen in Einrichtungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. in diesem Jahr zurückblicken. Im Rahmen dieses bundesweit einmaligen Angebots erhalten Pflegebedürftige rechtliche Beratung und Unterstützung rund um das Thema Pflege. Rund 8.700 Anfragen haben die Mitarbeiterinnen seit 2003 bearbeitet, davon allein im letzten Jahr deutlich mehr als 2.000. „Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahren erheblich zunehmen. Das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege bietet schon jetzt ein breites Informations-, Beratungs- und Hilfeangebot zum Thema Pflege“, so Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Eine anbieterunabhängige rechtliche Beratung und Unterstützung bei individuellen Problemen ist gerade für Pflegebedürftige unverzichtbar, da sie in der Regel nicht als gleichberechtigte Marktpartner agieren können. Wir sind sehr froh, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern in Rheinland-Pfalz durch dieses außergewöhnliche Beratungsangebot helfen können.“ Sozialminister Alexander Schweitzer nannte das in Zusammenarbeit zwischen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. und den landesweit 135 Pflegestützpunkten eingerichtete Angebot „einen unverzichtbaren Bestandteil der rheinland-pfälzischen Beratungsstruktur. Viele Menschen möchten auch im Alter und mit Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Dies stellt sie jedoch oft vor Herausforderungen, insbesondere bei der Organisation der pflegerischen Betreuung und der Entscheidung für eine geeignete Wohnform. In dieser Situation ist der bundesweit einmalige Service eine zentrale und neutrale Anlaufstelle. Das Informations- und Beschwerdetelefon leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Verbraucherschutz und zur Stärkung der Kundenkompetenz in der Pflege“, erklärte Minister Schweitzer. Beratungsinhalte Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen oder Betreuer erhalten am Informations- und Beschwerdetelefon Pflege und Wohnen in Einrichtungen Rat und Unterstützung bei Problemen mit ambulanten Pflegediensten oder stationären Einrichtungen, bei Fragen zur Abrechnung oder zur Vertragsgestaltung, bei Fragen zur Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung oder zu Pflegestufen und einzelnen Pflegeleistungen. Die Mitarbeiterinnen der Verbraucherzentrale unterstützen die Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Rechte bzw. vertreten die Interessen der Pflegebedürftigen gegenüber Kranken- und Pflegekassen, ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen. Finanziert wird das Beratungsangebot durch das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit, und Demografie. Telefonnummer und Sprechzeiten Das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie donnerstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr unter der Rufnummer 06131/28 48 41 zu erreichen. Hintergrund: Rückblick und Ausblick Entstanden ist das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege aus einem Pilotprojekt des Programms „Altenhilfestrukturen der Zukunft“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das von 2000 bis 2002 zunächst regional begrenzt in Mainz durchgeführt wurde. Landesweit ausgedehnt wurde es im Jahr 2003 im Rahmen der Initiative „Menschen pflegen“. Seit 2010 ist die Beschwerdehotline auch im Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe gesetzlich verankert. Dabei kooperieren die Mitarbeiterinnen des Beratungsangebotes sowohl eng mit den Pflegestützpunkten als auch mit den Beratungs- und Prüfbehörden (frühere Heimaufsicht). Heute arbeiten für das Informations- und Beschwerdetelefon Pflege drei Juristinnen (zwei Personalstellen). Sie werden von einer Sachbearbeiterin (halbe Stelle) unterstützt. In 2012 erforderten etwa drei Viertel der Anfragen eine umfassende rechtliche Beratung, um den Betroffenen die komplizierten sozial- und zivilrechtlichen Fragestellungen in verständlicher Form schriftlich zu erläutern. Jede dritte Anfrage war gleichzeitig mit einer Beschwerde verbunden, bei der die Mitarbeiterinnen des Informations- und Beschwerdetelefons sich entweder durch das Führen von Widerspruchsverfahren oder durch andere Formen der außergerichtlichen Rechtsbesorgung oder Interessenvertretung für die Rechte der Pflegebedürftigen einsetzten. Angesichts der zu erwartenden Zunahme an Pflegebedürftigen ist in den nächsten Jahren auch mit einer weiterhin steigenden Nachfrage nach professioneller Hilfe und Unterstützung zu rechnen. Umso wichtiger ist es, Pflegebedürftigen auch in Zukunft mit kompetenten und unabhängigen Beratungs- und Hilfeangebote zur Seite zu stehen, die sie dabei unterstützen, sich Transparenz zu verschaffen, ihre Rechte kennen zu lernen und sie auch durchzusetzen.

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