Muscheid: Wesentlich mehr Arbeitslose


DGB-Landesvorsitzender Muscheid: „Eine ehrlichere Arbeitslosenstatistik ist notwendig“

Mainz, 28.06.13. Der rheinland-pfälzische DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid weist darauf hin, dass der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit nur einen Teil des Arbeitsmarktes widerspiegelt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2013 noch 113.000 Menschen arbeitslos, 2,3 Prozent weniger als im Mai. Damit sank die Arbeitslosenquote auf 5,3 Prozent. „Dabei wird ganz bewusst ausgeblendet, dass Unterbeschäftigung ein großes Problem ist“, so Muscheid. Im Juni gab es zusätzlich zu den Arbeitslosen rund 37.900 so genannte Unterbeschäftigte. Als unterbeschäftigt werden Menschen bezeichnet, die an beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Weiterbildungen o. ä. teilnehmen. Damit waren insgesamt 150.900 Personen in Rheinland-Pfalz arbeitslos. Sorge bereiten Muscheid die Arbeitsmarkchancen älterer Menschen. Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahren lag im Juni mit rund 36.400 insgesamt 7,6 Prozent höher als vor einem Jahr. „Schon jetzt werden ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Wenn das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhöht wird, wird sich diese Situation noch verschärfen“, befürchtet Muscheid. „In Rheinland-Pfalz sind derzeit überhaupt nur 29,7 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.“ Gleichzeitig würden aber Unternehmen über Fachkräftemangel klagen und mit Sorge auf die demografische Entwicklung blicken. „Damit die Potenziale älterer Beschäftigter wirklich genutzt werden können, müssen die Arbeitsbedingungen für sie verbessert werden. Arbeitsschutz und eine altersgerechte Gestaltung der Arbeit in den Betrieben müssen in den Fokus gerückt werden“, fordert Muscheid. Die Rente mit 67 sei der falsche Weg. Muscheid hebt außerdem hervor, dass die Unternehmer bereits seit einem Jahr weniger Mitarbeiter einstellen. Vom Rückgang der Beschäftigung ist nach Angaben der Bundesagentur die Zeitarbeitsbranche am stärksten betroffen. Hier ist die Zahl der Beschäftigten binnen eines Jahres um 7,8 Prozent gesunken. „Die Angestellten von Zeitarbeitsfirmen werden in der Regel schlecht bezahlt und sind dann auch noch die ersten, die ihre Arbeit wieder verlieren. Einen Übergang in feste Beschäftigung bedeutet Zeitarbeit nur in den seltensten Fällen“, so Muscheid. Dem Missbrauch von Leiharbeit müsse ein Ende gemacht und gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden.

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