Geringer Ertrag bei Erbschafts- und Schenkungssteuern


Erbschaft- und Schenkungsteuer im Jahr 2012 bei 159 Millionen

Bad Ems, 03.07.13. In Rheinland-Pfalz wurde im Jahr 2012 Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von insgesamt 159 Millionen Euro festgesetzt. Das sind, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems berichtet, rund 26 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Die Anzahl der von den zuständigen Finanzämtern Koblenz und Kusel-Landstuhl getätigten Steuerfestsetzungen ging um 510 auf 6.954 zurück. Von der insgesamt festgesetzten Steuer gingen knapp 90 Prozent auf Erbschaften und gut zehn Prozent auf Schenkungen zurück. Die festgesetzte Erbschaftsteuer wies im Jahr 2012 im Durchschnitt eine Höhe von 24.546 Euro auf und blieb in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die festgesetzte Steuer für Schenkungen betrug durchschnittlich 17.333 Euro je Fall und sank damit im Vergleich zu 2011 um gut ein Viertel. Knapp 54 Prozent der steuerpflichtigen Erwerbe, für die Erbschaft- oder Schenkungsteuer festgesetzt wurde, lagen in einer Größenordnung von bis unter 50.000 Euro. Auf die Größenklasse von 50.000 Euro bis unter 100.000 Euro entfielen rund 17 Prozent der Fälle. Bei 374 Erwerbern wurden ein steuerpflichtiger Erwerb von mehr als 500.000 Euro erfasst. Das entspricht einem Anteil von 5,4 Prozent aller steuerpflichtigen Erwerbe. Der Wert des durch Erbschaft erworbenen Vermögens resultierte zu gut 58 Prozent aus der Übertragung von so genanntem übrigen Vermögen, und zwar vorwiegend von Bankguthaben und börsennotierten Wertpapieren. Weitere 32 Prozent entstanden aus der Übertragung von Grundvermögen. Das Betriebsvermögen sowie das land- und forstwirtschaftliche Vermögen waren mit Wertanteilen von neun bzw. einem Prozent insgesamt von geringer Bedeutung. Die meisten Erbschaften sind steuerfrei Die meisten Erbschaften bleiben steuerfrei. So führten von den im Jahr 2008 angefallenen Erbschaften, für die im Jahr 2012 die reguläre Festsetzungsfrist endete, 91,5 Prozent der Fälle zu keiner Besteuerung, d. h. für den gesamten Erwerberkreis einer Erbschaft wurde keine Erbschaftsteuer festgesetzt. Gründe dafür sind die Steuervergünstigungen und die persönlichen Freibeträge. In knapp acht Prozent der Fälle erreichte der steuerpflichtige Erwerb einen Betrag bis zu 500.000 Euro, in 0,6 Prozent mehr als eine halbe Million Euro.

Weitere Informationen: www.statistik.rlp.de (Statistischer Bericht mit ausführlichen Tabellen und Grafiken, PDF-Datei, 353 kB)

Die anonymisierten Daten für die Erbschaft- und Schenkungsteuer in Rheinland-Pfalz werden jährlich von der Finanzverwaltung an das Statistische Landesamt übermittelt. Die in der vorliegenden Pressemitteilung dargestellten Zahlen umfassen alle steuerpflichtigen Erwerbe, für die im Jahr 2012 erstmals Erbschaft- oder Schenkungsteuer festgesetzt wurde, einschließlich der ggf. im Berichtsjahr vorgenommenen nachträglichen Änderungen dieser Festsetzungen. Sie liefern demnach keine Information über die im Jahr 2012 erfolgten Vermögensübertragungen, da die erstmalige Veranlagung dieser Übertragungen auch erst in einem späteren Jahr erfolgen kann. Die Aussage bezüglich der steuerfreien Erbschaften geht aus einer Untersuchung der Sterbefälle des Jahres 2008 und den entsprechenden Erbschaftsteuerfestsetzungen der Finanzverwaltung im Zeitraum 2008 bis 2012 hervor. Die reguläre Festsetzungsfrist für die Erbschaftsteuer beträgt gemäß § 170 AO (Abgabenordnung) vier Jahre. Für die Erbschaften des Jahres 2008 endet sie daher mit dem Jahr 2012 – also dem Jahr der aktuellen Erhebung.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern)

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