Antidiskriminierender Sprachgebrauch


Keine politische Diskussion auf Kosten behinderter Menschen

Die Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Rheinhessen, Anja Geißler, nimmt zu einem Beitrag zur Problematik der Bebauung des Zoll- und Binnenhafens in der Mainzer Rheinzeitung wie folgt Stellung: Die Zeitung zitiert heute das CDU-Stadtratsmitglied Dr. Eckhardt, dass man schon „blind und taub“ sein müsse, um nicht seiner Meinung zu sein. „Auch mir ist selbstverständlich bewusst, dass Redewendungen dieser Art verstärkt in unseren deutschen Sprachgebrauch Eingang gefunden haben. Aber wir wehren uns dennoch gegen die Praxis, blinden und gehörlosen Menschen ihre Urteilsfähigkeit abzusprechen. So wird häufig auch gesagt, etwas sei so, „als ob Blinde von der Farbe sprächen“. Tatsächlich besitzen blinde wie auch gehörlose Menschen in hohem Maße Urteilsfähigkeit und beteiligen sich mit Recht am politischen Leben. Wir sind in der Lage, auch komplexe Bauvorhaben einzuschätzen und können uns diese in ihrer Dimension und der möglichen Umweltbelastung vorstellen. Angesichts der UN-Behindertenrechtskonvention, des Antidiskrimierungsgesetzes und der Gesetze zur Gleichstellung behinderter Menschen sollte heutzutage klar sein, dass ein solcher diskriminirender Sprachgebrauch zu unterlassen bleibt.

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