Mainzer OB Ebling kritisiert geänderte Ausbaupläne der FRAport


„Planerische Kurzatmigkeit, um Fakten zu schaffen“

OB Ebling verlangt Aufklärung zu plötzlichen Planänderungen bei Terminal 3

Mainz, 15.07.13. „Es mutet ein wenig grotesk an, wenn die Fraport – nachdem sie den Ausbau des Flughafens über Jahre in den vielfältigsten Facetten vorangetrieben hat – nun urplötzlich Änderungen der Baupläne für das Terminal 3 beantragt: Da muss man als Kenner der Praktiken einfach hellhörig werden“, sieht Oberbürgermeister Michael Ebling viele Fragezeichen bei der jüngsten Nachricht, dass das Terminal 3 größer ausfallen werde, als ursprünglich geplant. „Dass der geneigte Betrachter zudem eine gewisse planerische Kurzatmigkeit zu verspüren meint, die mit der bevorstehenden Landtagswahl in Hessen zu tun haben könnte, liegt auf der Hand.“ Mit dem Gesamtausbau seien unendlich viele Umstrukturierungen im Umfeld des Airports vorgenommen worden, um für eine prognostizierte starke Nachfrage gewappnet zu sein. Diese stelle sich in der Realität jedoch nicht annähernd so dar, gibt Ebling zu bedenken: „Seit vielen Jahren kritisieren die Ausbaugegner, dass Fraport unglaubwürdige Prognosen als Basis ihrer Ausbautätigkeiten zugrunde legt, die dem Ist-Zustand hochgradig hinterher hinken. Seit Jahren verkündet die Fraport unverdrossen, das Tal sei bald durchschritten. Da sich der realistische Blick auf den Flughafen Rhein-Main auch in der hessischen Politik zunehmend durchsetzt und massive Zweifel an diesem Zahlenwerk inzwischen weit verbreitet sind, scheint die Fraport vor dem Urnengang am 22. September Fakten schaffen zu wollen. Bauliche Gründe kann es für die Eile zum jetzigen Zeitpunkt kaum geben. Dies entspricht weder demokratischen Tugenden, noch zeugen diese neuen Anträge von einer Bauleitplanung, die den notwendigen Weitblick vermuten lässt – und dies gilt ja nicht allein für den Terminal 3.“ Ebling betont, das er sich als Oberbürgermeister mit Blick auf andere Amtskollegen sicherlich nicht allein wähne, wenn er die Fraport auffordere, in dieser Frage für detaillierte Aufklärung zu sorgen: „Dies mit der Frage zu verbinden, worin der Sinn liegt, dass das Terminal 3, welches erst in der Zukunft prognostizierte Fluggäste abfertigen soll, die real noch gar nicht vorhanden sind, nun Hals über Kopf überplant werden muss, sollte erlaubt sein. Vielleicht würde sich die künftige hessische Landesregierung wünschen, hier ein Wort mitzureden – man sollte ihr diese Möglichkeit nicht nehmen.“

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