Mainzer OB Michael Ebling und Verkehrsdezernentin Katrin Eder verärgert über Grubes Antwort


„Geradezu absurd“

Landeshauptstadt Mainz erneuert Kritik an Deutscher Bahn – Antwort des Vorstandes „dürftig“ – Verantwortung von Management und Bundesregierung

Mainz, 12.08.13. Die Antwort des Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, auf ein Schreiben von Oberbürgermeister Michael Ebling empfindet dieser als „dürftig“. Statt sich zu seiner Verantwortung für Personalentscheidungen der vergangenen Jahre zu bekennen und tatsächlich eine rasche Lösung zu präsentieren, habe Grube ein Sammelsurium widersprüchlicher und beschönigender Äußerungen geschickt. „Damit ist niemand geholfen“, kritisiert der OB. Laut Grube arbeite die Bahn „mit Hochdruck an einer Verbesserung der aktuellen Situation“, das Betriebsprogramm müsse jedoch leider weiter „angepasst“ werden“. Die wegen Urlaub oder Krankheit unbesetzten Stellen könnten einerseits nicht „kurzfristig“ besetzt werden, andererseits würden aber Fahrdienstleiter umliegender Stellwerke „kurzfristig“ mit den Besonderheiten des Stellwerks Mainz vertraut gemacht. Besonders ärgerlich sei, so der OB gemeinsam mit Verkehrsdezernentin Katrin Eder, wenn die Bahn die Schuld auf die krankheits- und urlaubsbedingten Ausfälle schiebe und als Gegenmaßnahme des Vorstandes anpreise, man werde „die mittel- und langfristig angelegte Rekrutierungs- und Ausbildungsstrategie des Unternehmens weiter konsequent vorantreiben“. Geradezu absurd werde es schließlich, wenn der Vorstand sein Antwortschreiben mit der Versicherung beschließe, dass die Bahn „auch weiterhin verlässlicher Mobilitätspartner“ sei und „alles für die Zufriedenheit ihrer Kunden“ tue. Ebling und Eder: „Im real existierenden Bahn-Universum tut das Management der Bahn seit Jahren zu wenig im Personalbereich, auch weil die Bundesregierung in ihrer Kontroll- und Aufsichtsfunktion versagt und die Pflichten der Bahn nach hinten stellt“. Die Landeshauptstadt erwarte, dass sich Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer endlich vor Ort ein Bild mache und sich im Schulterschluss mit dem Vorstand der Verantwortung stelle. Der Mainzer Hauptbahnhof werde von rund 80.000 Reisenden am Tag genutzt und einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region Rhein-Main. „Rücktritte des mittleren Managements nutzen niemand und sollen nur ablenken. Wir erwarten, dass die peinliche Situation am Mainzer Hauptbahnhof noch im Laufe dieser Woche beendet wird. Es muss doch möglich sein, dass ein Unternehmen mit rund 300.000 Mitarbeitern und zuletzt fast 1,5 Milliarden Euro Jahresgewinn eine schnellere Antwort auf ein solches Problem findet“. Die Stadt Mainz setzt ihre Hoffnung zunächst auf den Runden Tisch, zu dem die Ministerpräsidentin für morgen eingeladen hat. Oberbürgermeister Michael Ebling und Beigeordnete Katrin Eder werden an dem Treffen teilnehmen.

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