Mehr Fluss für Würfelnatter


Weg frei für Fische: Umgestaltung der Wehranlage „Saline Bad Kreuznach“

Koblenz, 14.08.13. Seit der vergangenen Woche laufen die Bauarbeiten zur naturnahen Umgestaltung an der Wehranlage am Kapitän-Lorenz-Ufer in Bad Münster am Stein-Ebernburg. Dienstag hat der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, sich vor Ort von dem guten Start der Bauarbeiten überzeugt. Begleitet wurde er von Vertretern aller beteiligten Institutionen: Dr. Rolf-Jürgen Gebler vom Ingenieurbüro Dr. Gebler, der beratenden Biologin Dr. Sigrid Lenz, Josef Groß und Thomas Pies als weitere Vertreter der Bauherrin SGD Nord und der Baufirma Geschwister Balter Bau. Das 155 Meter breite Wehr wird in eine gewässerökologisch wesentlich günstigere natürliche Sohlengleite, eine sogenannte Blocksteinrampe, umgestaltet. Eine solche naturnahe, durchlässige Rampe mit flachem Gefälle wurde bereits 2009 am Elisabethenwehr in Bad Kreuznach mit großem Erfolg angelegt. Das Ziel ist eine frei fließende Nahe, damit alle Wanderfische wieder ungehindert zu ihren Laichplätzen im Oberlauf und in den Nebengewässern gelangen können. Zurzeit ist die Passierbarkeit für die Gewässerfauna nur bei hohem Wasserstand möglich. Von der Umgestaltung profitieren nicht nur Fische, wie Lachs, Forelle, Äsche, Barbe, Döbel oder Groppe. Auch alle im Gewässer lebenden Kleintiere, beispielsweise Krebse und Insektenlarven, können sich so in Zukunft im Oberlauf ausbreiten. Das Gebiet um das Salinenwehr ist außerdem Lebensraum für eine ganz besondere Nahe-Bewohnerin: die Würfelnatter. Sie ist die seltenste und am stärksten vom Aussterben bedrohte Schlangenart Deutschlands. 2009 wurde die ungiftige Würfelnatter zum Reptil des Jahres ernannt. „Das Ufer der Nahe ist einer der letzten natürlichen Lebensräume dieser seltenen Wasserschlange“, erklärt SGD Nord-Präsident Dr. Kleemann. „Deshalb ist diese Renaturierung sehr wichtig. Wenn die Nahe hier wieder durchgängig ist, verbessert sich das Ökosystem und die Würfelnatter kann sich weiter verbreiten.“ Auch die beiden letzten natürlichen, jedoch wesentlich kleineren Restvorkommen dieser Art liegen im Bereich der SGD Nord, an den Ufern der Flüsse Mosel und Lahn. Geschützt wird die Würfelnatter ebenso wie viele weitere seltene Tier- und Pflanzenarten am Salinenwehr durch das Naturschutzgebiet „Gans und Rheingrafenstein“. Eine Biologin sorgt während der Baumaßnahme dafür, dass die dringend erforderlichen Eingriffe ökologisch verträglich ausgeführt werden. Die Bauarbeiten werden etwa drei Monate dauern. Die Kosten in Höhe von rund 400.000 EURO werden zu 100% vom Land Rheinland Pfalz, vertreten durch die SGD Nord, getragen.

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