Auftragsentwicklung uneinheitlich – Investitionsgüter legen zu


Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe im Juli 2013 höher als im Vorjahr – Rückgang gegenüber dem Vormonat

Bad Ems, 04.09.13. Die rheinland-pfälzische Industrie erhielt im Juli 2013 weniger Aufträge als zuletzt. Das Statistische Landesamt errechnete auf der Basis vorläufiger Werte im Vergleich zum Juni 2013 einen preis-, kalender- und saisonbereinigten Rückgang um 1,9 Prozent. Gegenüber Juli 2012 erhöhten sich die Auftragseingänge um 1 Prozent. Im gesamten Zeitraum von Januar bis Juli lagen die Auftragseingänge um 1,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Veränderung gegenüber Juni 2013: Minus 1,9 Prozent Im Vergleich zum Vormonat verschlechterte sich der Auftragseingang in der rheinland-pfälzischen Industrie im Juli 2013 um 1,9 Prozent. Die Nachfrage aus dem Inland (minus 3,2 Prozent) ging dabei stärker zurück als die Auslandsnachfrage (minus 0,9 Prozent). Von den Industriehauptgruppen konnten lediglich die Bestellungen der Investitionsgüterproduzenten leicht zulegen (plus 0,9 Prozent). Bei den Konsumgüter- bzw. Vorleistungsgüterproduzenten verminderten sich die Auftragseingänge dagegen um 2,1 bzw. 3,9 Prozent. Die drei großen Branchen des verarbeitenden Gewerbes wiesen ebenfalls keine einheitliche Entwicklung auf. Im Fahrzeugbau zog die Nachfrage kräftig an (plus 7,9 Prozent). Die chemische Industrie (minus 6,4 Prozent) und der Maschinenbau (minus 2,1 Prozent) verzeichneten weniger Bestellungen als im Vormonat. Veränderung gegenüber Juli 2012: Plus 1 Prozent Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die bereinigten Auftragseingänge um 1 Prozent. Im Inlandsgeschäft wurde ein Auftragsanstieg um 1,4 Prozent registriert. Die Auslandsnachfrage verbesserte sich um 0,7 Prozent. Die Investitionsgüterproduzenten (plus 12,8 Prozent) erhielten deutlich mehr Aufträge. Bei den Konsumgüterproduzenten ergab sich ein kräftiger Nachfragerückgang (minus 13,2 Prozent). Die Bestellungen der Vorleistungsgüterproduzenten verringerten sich ebenfalls (minus 5 Prozent). Von den drei großen Branchen des Landes meldete der Fahrzeugbau einen sprunghaften Anstieg der Bestellungen (plus 33,9 Prozent). In der chemischen Industrie (minus 4,8 Prozent) sowie im Maschinenbau (minus 3,8 Prozent) gab es dagegen weniger Auftragseingänge als im Vorjahr. Veränderung gegenüber dem Zeitraum Januar bis Juli 2012: Plus 1,7 Prozent In den ersten sieben Monaten 2013 verbesserte sich die Nachfrage in der rheinland-pfälzischen Industrie preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent. Die größeren Nachfrageimpulse kommen nach wie vor aus dem Ausland (plus 2 Prozent). Die Binnennachfrage stieg um 1,2 Prozent. Während die Investitionsgüterproduzenten (plus 4,3 Prozent) und die Vorleistungsgüterproduzenten (plus 2,3 Prozent) eine verbesserte Auftragslage meldeten, ging die Nachfrage nach Konsumgütern spürbar zurück (minus 11 Prozent). Von den drei großen Industriebranchen verbuchten der Fahrzeugbau (plus 12,7 Prozent) und die chemische Industrie (plus 6,2 Prozent) ein deutliches Auftragsplus. Die Aufträge im Maschinenbau sind dagegen um 3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe stellen auf der Basis der vorläufigen Ergebnisse für das verarbeitende Gewerbe insgesamt, für die wichtigsten Güterhauptgruppen und für die größten Industriebranchen in Rheinland-Pfalz monatlich die Auftragseingänge (real) und die Produktion (real) in Form von Indizes und Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahresmonat und dem Vormonat bereit.

Die Daten stammen aus dem Monatsbericht sowie der monatlichen Produktionserhebung für Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden. Dazu werden regelmäßig rund 1 000 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten befragt. Die Originalwerte der Indizes werden von kalendarischen (Arbeitstage, Ferien, u. Ä.), saisonalen und zufälligen Einflüssen überlagert. Deshalb werden zur Beurteilung der Konjunkturentwicklung Zeitreihen herangezogen, die mithilfe des Berliner Verfahrens (BV4.1) bereinigt werden. Die kalender- und saisonbereinigten Werte ergeben sich, indem man die Originalwerte um die geschätzten kalendarischen und saisonalen Einflüsse bereinigt. Die Trend-Konjunktur-Komponente entspricht im Vergleich zu den kalender- und saisonbereinigten Werten den zusätzlich um die Zufallsschwankungen bereinigten Originalwerten.

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen)

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