Tarifverhandlungen mit Marburger Bund bei Uniklinik abgebrochen


Marburger Bund bricht Tarifverhandlungen mit der Universitätsmedizin Mainz über den Haustarifvertrag Ärzte ab

Marburger Bund lehnt Angebot der Universitätsmedizin Mainz von 4,25 Prozent ab

Mainz, 10.09.13. (br) Der Marburger Bund hat die Tarifverhandlungen mit der Universitätsmedizin Mainz über den Haustarifvertrag Ärzte in der dritten Verhandlungsrunde abgebrochen. Ein weiterer Verhandlungstermin ist noch offen. Die Universitätsmedizin Mainz hatte in der aktuellen Verhandlungsrunde bereits Entgegenkommen signalisiert und ein gegenüber der ersten Verhandlungsrunde verbessertes Angebot von 4,25 Prozent Gesamtvolumen offeriert. Die aktuell laufenden Tarifverhandlungen über den Haustarifvertrag für Ärzte finden vor dem Hintergrund statt, dass sich die Universitätsmedizin Mainz, wie viele andere Universitätsklinika Deutschlands auch, in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befindet. Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz bewegt sich bei den Verhandlungen in einem schwierigen Spannungsfeld: Einerseits schätzt er die Leistung und den Einsatz der ärztlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr und ist auch bereit, diese angemessen zu vergüten. Andererseits verhandelt der Vorstand mit Blick auf den Abbau des bestehenden Defizits und den eingeleiteten harten Sparmaßnahmen. Die Gehaltsanpassungen müssen daher in einem gesamtverträglichen Rahmen bleiben, um das Defizit der Universitätsmedizin nicht weiter zu erhöhen. Der Marburger Bund hatte bei einer Laufzeit von 12 Monaten rückwirkend ab dem 01. Juli 2013 eine Erhöhung des Tabellenentgelts von 6,2 Prozent sowie weitere Zuschläge und Anpassungen gefordert. Allein bezogen auf die ersten sechs Monate des Jahres 2013 entspräche dies für die Universitätsmedizin Mainz einer zusätzlichen linearen Belastung an Personalkosten für Ärzte von rund 2,7 Millionen Euro. „Die prozentuale Steigerung der Vergütung unserer Krankenhausleistungen durch die Krankenkassen beträgt dieses Jahr rund zwei Prozent. Die Universitätsmedizin Mainz ist als universitäres Haus der Supramaximalversorgung aber besonders hohen Ansprüchen und Belastungen ausgesetzt. Täglich bewältigen wir den Spagat zwischen der Behandlung von ambulanten und stationären Patienten sowie für seltene und schwerste Erkrankungen einerseits und der Funktion als Stadtkrankenhaus andererseits. Dieses weite Aufgabenspektrum bildet das DRG-Abrechnungssystem der Krankenkassen jedoch nur unzureichend ab. Auch deshalb sehen wir uns mit einer Kosten-Erlös-Schere konfrontiert“, so der Medizinische Vorstand und Vorstandvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. Das letzte Angebot der Universitätsmedizin Mainz für den Haustarifvertrag für Ärzte betrug bei einer Laufzeit von 24 Monaten rückwirkend ab dem 01. Juli 2013 eine Tabellenentgelterhöhung von 4,25 Prozent inklusive diverser Zuschläge und Anpassungen. Ein Assistenzarzt im ersten Beschäftigungsjahr würde ohne Zuschläge und Anpassungen monatlich 162 Euro mehr Grundentgelt erhalten, bei einem Oberarzt bzw. einer Oberärztin in der höchsten Entgeltstufe wären es monatlich 306 Euro zusätzlich. „Wir halten unser Angebot angesichts der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als angemessen. Wir müssen eine kluge Beschäftigungspolitik betreiben – und das bedeutet auch zu berücksichtigen, dass Tarifsteigerungen auch Einfluss auf unseren Personalstand haben“, so Götz Scholz, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin.

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