Neues gemeinsames Landesgremium zur Gesundheitsversorgung


Plenum/Gesundheitliche Versorgung

Schweitzer: Rheinland-Pfalz bildet Gemeinsames Landesgremium

Mainz, 18.09.13. „Das Gesundheitsministerium wird ein Gemeinsames Landesgremium zu sektorenübergreifenden Fragen der medizinischen Versorgung bilden. Aufgabe des Gemeinsamen Landesgremiums wird es sein, Empfehlungen für eine zukunftsorientierte, flächendeckende medizinische Versorgung zu erarbeiten. Dabei soll die tatsächliche Versorgung vor Ort als Grundlage für die Empfehlungen dienen; zugleich soll der Blick verstärkt auf die Versorgungsforschung gelegt werden.“ Das sagte Gesundheitsminister Alexander Schweitzer heute im Mainzer Landtag anlässlich der abschließenden Beratung des Gesetzentwurfs der rheinland-pfälzischen Landesregierung. „Das vorgesehene Gemeinsame Landesgremium bietet allen Partnern im Gesundheitswesen ein bisher noch nicht vorhandenes Instrument der Zusammenarbeit. Ein gegenseitiger Informationsaustausch für Planungs- und Bedarfsfragen kann somit sektoren- und berufsgruppenübergreifend sichergestellt werden“, betonte Schweitzer. Zudem ermögliche das Gremium eine Koordinierung der für die Sicherstellung der ambulanten und stationären Versorgung zuständigen Stellen. Neben dem Land, den Landesverbänden der Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und der Landeskrankenhausgesellschaft sollen weitere Beteiligte vertreten sein. Dazu gehören die Landesärztekammer, die Landespsychotherapeutenkammer, die Landesapothekerkammer, der Landkreistag, der Städtetag sowie die Pflegeorganisationen und die Patienten- und Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen. Gerade im ländlichen Raum sei es notwendig, die Leistungen der zumeist kleinen Krankenhäuser und der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte stärker miteinander zu verzahnen, nicht zuletzt auch, weil immer mehr Leistungen ambulant erbracht werden können, unterstrich der Minister. Im Sinne einer verbesserten Versorgung der Patientinnen und Patienten gebe es im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung bereits Ansätze für eine strukturierte Vernetzung. „Dennoch müssen typische Schnittstellen zwischen den Sektoren, wie zum Beispiel das Management bei Entlassungen aus dem Krankenhaus oder die medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen, weiter verbessert werden“, sagte Alexander Schweitzer. Darüber hinaus werde es auch darum gehen, das GKV-Versorgungsstrukturgesetz, das im Januar 2012 in Kraft getreten ist und in dessen Folge die Länder mehr Mitspracherechte bei der Sicherstellung der ambulanten Versorgung erhalten, in Rheinland-Pfalz umzusetzen. „Das Land möchte diese neue Rolle aktiv und gemeinsam mit den Partnern wahrnehmen und im Gemeinsamen Landesgremium allen Partnern im Gesundheitswesen ein bisher noch nicht vorhandenes Abstimmungsverfahren bieten“, so der Minister. Das Landesgremium könne außerdem zur Aufstellung und Anpassung der Bedarfspläne und zu den von den Landesausschüssen der Ärzte und Krankenkassen zu treffenden Entscheidungen Stellung nehmen. „Damit soll sichergestellt werden, dass möglichst alle Gesichtspunkte einer Versorgungsfrage in die Entscheidung der Landesausschüsse einfließen“, betonte Schweitzer.

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