Uni Koblenz mit größter Informatik-Tagung im deutschsprachigen Raum


INFORMATIK 2013

Computer passen sich an Menschen und Umwelt an

Koblenz, 20.09.13. Über 1.200 Besucher trafen sich zwischen dem 16. und 20. September 2013 an der Universität in Koblenz zur Konferenz INFORMATIK 2013 – unter dem Motto „Informatik angepasst an Mensch, Organisation und Umwelt“. Die Veranstaltung ist die 43. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik (GI) und die größte Informatik-Konferenz im deutschsprachigen Raum. Autonome Fahrzeuge, Modellierung des Gehirns, E-Government und intelligente Agenten: Informatiker erforschen schon lange nicht mehr nur Computer, sondern auch Maschinen, Menschen und unsere gesamte Gesellschaft. Zum Hauptprogramm der INFORMATIK 2013 gehörten ein Vortrag über die Nutzung der Informatik in der Wirtschaft von Herrmann-Josef Lamberti, ehemaliges Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank, sowie eine Präsentation des neuestens Lenk- und Fahrsystems „Intelligent Drive“ aus dem Hause Daimler AG. Während der Tagung wurden mehrere Preise verliehen: Mit dem Innovations- und Entrepreneurpreis, der unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Rösler steht, zeichnet die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) informatikbezogene Erfindungen, Innovationen und einschlägige Unternehmensgründungen aus. In diesem Jahr hat die GI aus 68 Einreichungen zwei überzeugende Projekte ausgewählt. Das erste Produkt dient der Gesundheit: „Tinnitracks“ der Firma Sonormed GmbH ist eine Internet-Anwendung, mit der die Lieblingsmusik eines Tinnitus-Patienten um die individuell störenden Frequenzen bereinigt werden kann. Durch diese frequenzgefilterte Musik kann die empfundene Lautstärke des Tinnitus, die Tinnitusaktivität der Nervenzellen sowie die psychologische Belastung bei Tinnitus-Patienten reduziert werden ( http://www.tinnitracks.com/de). Das zweite Produkt hat auch einen spielerischen Charakter: die „Panoramawurfkamera“ der Firma Panospective GmbH ist ein Ball mit eingebetteter Kamera, der beim Werfen Panoramabilder macht und diese sowohl an das Smartphone des Nutzers sendet als auch in hoher Auflösung in einem Cloud-Dienst speichert ( http://www.panospective.com). Jury-Vorsitzender und GI-Vizepräsident Peter Liggesmeyer: „Die große Anzahl und Bandbreite der Einreichungen ließ die Entscheidung schwer fallen. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr entschieden, zwei Spitzenreiter auszuzeichnen: mit „Tinnitracks“ würdigen wir eine Erfindung, die Kranken das Leben erleichtern kann und so einen direkten Nutzen für die Gesellschaft hat. Die Panoramawurfkamera ist eine Erfindung, für die eine große Spanne von Anwendungsmöglichkeiten vom industriellen Einsatz bis hin zur spielerischen Nutzung existiert.“ Die Auszeichnung fand auf der GI-Jahrestagung INFORMATIK 2013 am 17. September 2013 in Koblenz statt. Verliehen wurde der Preis von Dr. Andreas Goerdeler vom Bundeswirtschaftsministerium und GI-Vizepräsident Prof. Dr. Peter Liggesmeyer. Für die Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille für die Informatik wurde in diesem Jahr Prof. Dr. Markus Groß als Preisträger nominiert. Die Konrad-Zuse-Medaille ist die höchste Auszeichnung für Informatik im deutschsprachigen Raum und wurde Markus Groß auf der INFORMATIK 2013, der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, am 18. September 2013 in Koblenz verliehen. Groß ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet des Visual Computing und der Computeranimation und leitet das Disney Research Laboratory in Zürich. Er wurde in diesem Jahr für seine Forschungsresultate zur schnellen Turbulenzsimulation mit dem Technical Achievement Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (Tech-Oscar) ausgezeichnet. Die Software ermöglicht die wirklichkeitsnahe Simulation von Rauch und Explosionen mit einer relativ geringen Rechenleistung und wurde in mehr als 30 Hollywood-Produktionen wie zum Beispiel „Avatar“ und „Transformers“ verwendet. Seit 1987 wird die Konrad-Zuse-Medaille für die Verdienste um die Informatik an einen herausragenden Wissenschaftler verliehen. Sie erinnert an den Computer-Pionier Konrad Zuse, der vor 70 Jahren den ersten universell programmierbaren Computer Z3 entwickelt hatte. Zusätzlich zum Hauptprogramm wurden fünf Partnerkonferenzen zu den Themen Virtuelle Güter und Verwaltung von digitalen Rechten, E-Government, E-Participation, Künstliche Intelligenz und Multiagentensysteme angeboten. Dies ermöglichte einen regen Austausch über Fachgrenzen hinaus. Erstmalig fand im Rahmen der Konferenz ein Science Slam zum Thema Informatik statt, zu dem auch die Öffentlichkeit eingeladen war. Der Slam bildete für die Informatiker die Möglichkeit, vor einem breit gefächerten Publikum aufzutreten und ihre Arbeit witzig zu präsentieren. Amüsant wurde über Bits und Bytes geslamt. Veranstaltet wurde der Slam in Zusammenarbeit mit dem Koblenzer Kulturveranstalter Circus Maximus. Weitere Informationen zur Tagung und zahlreiche Bilder finden Sie unter www.informatik2013.de twitter.com/informatik2013 facebook.com/informatik2013

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